Die Region von Argentan, Alençon und Mortain

Normandie Tourisme
Selbst wenn die Landschaftsmaler bei der Wahl ihre Motive das Meer oder die Flüsse bevorzugen, so lassen sie das normannische Hinterland keineswegs beiseite. Künstler, wie Léger, Léandre, Mare, Géricault, Cotman, Corot, Courbet oder Degas enthüllen im Département Orne und im Mortenais unerwartete Reize.

Argentan

Das Auge fällt sofort auf die Kirche Saint-Germain mit ihrem erstaunlichen Spitzturm aus Naturstein. Das Geburtshaus von Leger befindet sich in der Rue des Jacobins Nr. 5.

Ein anderer Sohn der Stadt und wie Léger Schüler des Art Déco, André Mare, flirtet zuerst mit dem Impressionismus und der Bewegung der Nabis, bevor er zusammen mit Duchamp-Villon eine „Maison Cubiste“ gründet.

> Die Pferderennbahn

An der Pferderennbahn von Argentan malt Degas seiner erste Serie über Rennen und später dann auch sein Meisterwerk Aux courses en province, das er 1874 auf der ersten Ausstellung des Impressionismus präsentiert.

In den Boxen dieses Nationalgestütes, laut La Varende das "Versailles der Pferde", stehen 60 Hengste aus 10 verschiedenen Rassen.

In der Umgebung von Argentan

> Menil-Hubert

Der junge Degas verbringt drei Wochen in der Nähe von Gracé. Er durchstreift die Region – Exmes, Camembert, Argentan, Haras du Pin. Dabei entstehen Skizzen in großer Menge.

> Das Haras-du-Pin

Degas empfindet große Bewunderung gegenüber Géricault und Delacroix, zwei Spezialisten für Pferdemotive. So erstaunt es nicht, dass er sich häufig zum Gestüt Haras du Pin begibt, um dort die Anatomie des Pferdes zu studieren. In den Boxen dieses Nationalgestütes, laut La Varende das "Versailles der Pferde", stehen 60 Hengste aus 10 verschiedenen Rassen.

Nach dem Rundgang durch die imposanten Stallungen, die Sattelkammer, die Schmiede und die Kutschen-Remise, sollte man die Géricault-Manege nicht auslassen. Hier drehte Bartabas seinen Film Mazeppa über das Leben des Malers und Pferdefreundes, der an ironischerweise den Folgen eines Reitunfalles erlag.

Domfront

Der Engländer Cotman, stets auf der Suche nach seinen normannischen Wurzeln, wollte in seinem prachtvollen Aquarell den Charme dieser mittelalterlichen Stadt mit ihrer reichen Historie festhalten. Ein Rundgang zeigt, dass sie davon bis heute nichts verloren hat.

Ein Rundgang zeigt, dass sie davon bis heute nichts verloren hat.

Alençon

Die Hauptstadt des Herstellung edler Spitzen im „Stich von Alençon“, die an den Höfen Europas getragen wurden, lockt Maler wie den Engländer Cotman an, der sich für mittelalterliche Kulturschätze begeistert. Sein wunderbares Aquarell La Grande Rue à Alençon mit der Darstellung des geschäftigen Treibens vor der Kirche Notre-Dame wird in London ausgestellt. Cotman möchte eine Parallele zwischen seinem heimatlichen Norfolk und der Normandie herstellen, deren Namen das Gleiche bedeuten. Auch Corot sieht man häufig in Alençon.

> Das Musée des Beaux-Arts et de la Dentelle

Die Abteilung Malerei gibt einen Eindruck von der Kunst des 19. Jahrhunderts wieder, vom Realismus (Courbet) bis zum Impressionismus, der insbesondere mit zwei Meisterwerken von Boudin vertreten ist. Ergänzt werden diese durch einige post-impressionistische Arbeiten.

Saint-Céneri-le-Gérei

Dieser kleine Weiler in den Alpes Mancelles zählt zu den einhundert schönsten Dörfern Frankreichs. Ambiente: Romantik in reinster Form! Dazu tragen nicht zuletzt die schmucken Häuser aus Sandstein bei, denen die wuchernden Glycinien und Kletterrosen zu Bilderbuch-Charme verhelfen. Sehenswert auch die alte romanische Brücke und die Kapelle Saint-Céneri.

Abends fanden sich die Maler im Gasthaus der Schwestern Moisy ein, wo sie, im „Saal der Enthaupteten“ die Wände mit Porträts, Silhouetten und Graffiti bedeckten.

Alle diese Werke wurden restauriert und unter Schutz gestellt.

> Die Auberge des sœurs Moisy

Das Gasthaus gilt als wahrer Schatz des Ortes, aus historischen wie aus künstlerischen Gründen. Zwischen 1880 und 1920 haben mehr als 60 Profile diese ungewöhnliche Sammlung bereichert, unter anderem das von Eugène Boudin.

An Pfingsten öffnen die Bewohner des Ortes die Pforten ihrer Häuser, um den Besuchern ihre Bilder von Künstlern der Region zu zeigen. Das ergibt rund vierzig Ausstellungsorte - bei gerade mal 140 Einwohnern!

Mortain

Während seiner Kindheit verbringt Géricault die Ferien in Mortain. Schmieden und Gestüte dort haben es ihm besonders angetan. Während der kurzen Rückkehr von Napoleon an die Macht, entzog er sich einer drohenden Verhaftung durch die Flucht nach Mortain. Dort malt er eine Reihe von Tierbildern und Stillleben.

1849 entdeckt Corot diese felsige und immergrüne Region mit den Wasserfällen der Cance. Er kehrt mehrfach zu Studien dorthin zurück. Die gewonnen Erkenntnisse setzt er dann in ausgefeilten Bildern um, die für den Salon in Paris bestimmt sind. Im Jahr 1855 begibt sich Huet nach Mortain, um den großen Wasserfall zu studieren. Er kehrt begeistert aus diesem Teil der Suisse Normande zurück.

Das Château-Musée in Flers

In den Mauern des Schlosses befindet sich eines der schönsten Museen im Département. Die Gemäldesammlung umfasst unter anderem das berühmte Boulevard Haussman de Caillebotte, einen Courbet, einen Boudin, einen Corot und zahlreiche Arbeiten aus der Schule von Barbizon.

Wir danken Jacques Silvain Klein für die Überlassung seiner Artikel, die er für den Reiseführer Le Routard "La Normandie des Impressionnistes" verfasst hat. Dieser ist im Buchhandel erhältlich.

1849 entdeckt Corot diese felsige und immergrüne Region mit den Wasserfällen der Cance.