Gastronomische Geheimtipps

Neben Camembert, Calvados und Cidre hat die Normandie noch viele weitere Leckereien zu bieten, von denen Sie einige vielleicht noch nicht kennen. Auf dieser Seite finden Sie typisch normannische Gerichte und Produkte, die Sie während Ihres Urlaubs unbedingt probieren sollten.

Der Birnenschaumwein Poiré

Schatz des normannischen Hinterlandes

Der Poiré wird ausschließlich aus Birnen gekeltert. Erfrischend und nicht ganz so süß wie der Cidre eignet er sich hervorragend zum Aperitif und wird mit einem Augenzwinkern „der normannische Champagner“ genannt. Das Besondere am Poiré: Er wird nur im Süden der Normandie von rund 25 Produzenten in der Region um die mittelalterliche Stadt Domfront hergestellt. Der Poiré de Domfront ist eine herkunftsgeschützte Bezeichnung mit mindestens 40% Birnen der Birnensorte Plant de Blanc im fertigen Getränk. Die Produzenten sind sehr stolz auf ihr Handwerk und verkaufen den Poiré direkt auf ihren Höfen. Reisende können entlang der Route du Poiré die einzelnen Höfe besuchen, vor Ort den leckeren Poiré probieren.

Der herkunftsgeschützte Poiré de Domfront wird ausschließlich in der Region um die mittelalterliche Stadt Domfront gekeltert.

Wie wird Teurgoule gemacht?

Rezept für normannischen Milchreis

Zutaten für 6 Personen:

  • 1,5 Liter Vollmilch
  • 110 Gramm Milchreis oder Risottoreis
  • 120 Gramm Zucker
  • Zimt, Vanillezucker und eine Prise Salz

Zubereitung:

  1. Den Reis mit Zimt, Vanillezucker und Prise Salz vermischen und in eine tiefe Backform (noch besser: Gefäß aus Ton) geben.
  2. Milch erwärmen (nicht kochen lassen) und langsam über den Reis geben, nicht umrühren.
  3. Form bei 150-180 Grad in den Ofen stellen und circa 4 Stunden lang backen lassen. Sie können die Konsistenz überprüfen, indem Sie mit einem Messer/ einem Holzspieß in die Masse stechen. Wenn die Milch nicht mehr flüssig ist, sondern cremig am Messer/ Holzspieß hängen bleibt, dann ist ihr "Teurgoule" fertig.
  4. Teurgoule kann sowohl kalt, als auch warm gegessen werden. Bon appétit!
Maximal cremig und unglaublich lecker - normannischer Teurgoule!

Ausgesprochen gut: Normannischer „Teurgoule“

Ein kulinarisches Gedicht mit mehreren Stunden Kochzeit

„Teurgoule“ bedeutet in normannischem Dialekt etwa „das Gesicht verziehen“ und kommt wahrscheinlich daher, dass es einige Zeit brauchte, bis das richtige – das heißt schmackhafte – Rezept aus Reis, Milch, Zucker und Zimt gefunden wurde! Entstanden ist der normannische Milchreis im 18. Jahrhundert im Kontext des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) in Honfleur, als normannische Freibeuter regelmäßig Frachtschiffe kaperten, die Richtung England fuhren. Diese Schiffe hatten unter anderem Reis und exotische Gewürze an Bord – zusammen mit der normannischen Milch entwickelte sich so „Teurgoule“. Heute isst man den Milchreis als Dessert, aber auch zum Frühstück ist er ein Fest für Naschkatzen!

 

Nicht nur Cidre, Calvados und Co – die Normandie kann auch Bier!

Ob modernes Bio-Craft Beer oder ehrwürdiges Benediktinerbier - in der Normandie werden Sie fündig!

Mitten in der normannischen Schweiz und direkt am Fluss Orne liegt die Brasserie La Lie. Umgeben von den Felsen des armorikanischen Massivs werden hier obergärige, ungefilterte Biere mit Bio-Zertifikat allein aus Wasser, Hopfen, Malz, Hefe und einigen Gewürzen gebraut. Nach einer Kanu-Tour auf der Orne oder einer Kletterpartie an den Felswänden sind die Biere dieser Mikrobrauerei ein wahrer Genuss!

Im Tal der Seine wird seit 2016 ein traditionelles Benediktinerbier gebraut – von den Benediktinermönchen der Abtei Fontenelle in Saint Wandrille. Ganz nach der Benediktinerregel „ora et labora“ haben die Mönche der Abtei ein obergäriges Benediktinerbier aus fünf Malz- und vier Hopfensorten sowie zwei Gewürzen hergestellt. Die Besichtigung der Abtei, in der seit dem Jahr 649 n.Chr. Benediktinermönche leben, ist sehr zu empfehlen. Die Abtei gehört zur Route der Abteien der Normandie, die zahlreiche pittoreske Abteien miteinander verbindet.

Ob es die Hopfenabbildung im Kreuzgang der Abtei gewesen ist, die die Mönche motiviert hat, die Bierproduktion (wieder) aufzunehmen?
Dem Rhythmus der Gezeiten folgen und die normannische Auster entdecken - wunderbar authentisch!

Die normannischen Austern einmal anders entdecken

Ursprünglicher Ausflug zu den Schätzen des Meeres

Zugegeben, die Austern der Normandie sind auch über die Region hinaus bekannt. Statt Sie jedoch nur auf Ihrem Teller im Restaurant genüsslich zu verspeisen, empfehlen wir einen Ausflug mit Attelage des Grandes Marées in Gouville. In einer Pferdekutsche, gezogen von den edlen normannischen Kaltblutpferden Percheron und Cob Normand, fahren Sie bei Ebbe hinaus zu den Austernbänken und kosten die normannischen Austern direkt vor Ort – authentisch und ganz im Rhythmus der Natur. Die Ausflüge richten sich nach den Gezeiten, Informationen erhalten Sie beim Tourismusbüro von Gouville. Gouville selbst liegt an der Westküste der Halbinsel Cotentin, von hier aus haben Sie einen tollen Blick auf die anglo-normannischen Inseln Jersey und Guernsey. Bunte Strandkabinen zwischen den Dünen von Gouville und ein langer Sandstrand runden das Panorama ab.

Le Mirliton - ein Praliné-Traum

Oder: wie Guillaume Taillevent die französischen Könige verführte

Im Jahr 1340, am Hof des Königs Charles V, entwickelt der Koch Guillaume Tiel, auch Taillevent genannt, das Rezept für die leckeren Mirliton-Pralinen, und widmet sie seiner normannischen Heimatstadt Pont Audemer. Bei den Mirlitons handelt es sich um knusprige Teigröllchen, die mit Pralinenmousse gefüllt und an den Rändern mit dunkler Schokolade verschlossen werden. Die Kochkünste von Taillevent haben überzeugt: unter Charles VI. stieg er schnell auf und gab eines der ersten französischen Kochbücher des Mittelalters heraus. In Pont Audemer ist man stolz auf den Normannen, der die französischen Könige zu beeindrucken wusste - in vielen Konditoreien finden Sie heute die typischen Mirlitons. Bei einem Besuch der Stadt Pont Audemer, die wegen ihrer vielen Flussarme auch „das normannische Venedig“ genannt wird, sollten Sie sich diese Leckerei also auf keinen Fall entgehen lassen!

Pont Audemer wird liebevoll das "normannische Venedig" genannt. Hier gibt es die leckeren Mirlitons!