Weiterführende Informationen zum Impressionismus in der Normandie

Die Meisten kennen mindestens zwei grosse MEisterwerke des impressionismus. Aber was macht den Impressionismus eigentlich aus? Wir sagen es Ihnen...

die Wiege des Impressionismus

Der Impressionismus ist nicht spontan entstanden, er ist vielmehr das Ergebnis einer stilistischen Entwicklung. Seine Seele ist die Momentaufnahme bzw. der Eindruck. Die Kunstwerke drücken schlicht und einfach die gefühlten Stimmungen der Künstler im Hinblick auf die sie umgebende Umwelt aus, ohne sich um das, was man allgemeinhin die „akademische Malerei“ nennt, zu kümmern. Das Ziel der Maler besteht darin, eine spontane Sichtweise einzufangen, diese durch Pinselführung zu verzerren und es dem Betrachter zu überlassen, das Bild wieder zusammen zu setzen.

La Normandie, "muse" des Impressionnistes

Der Name der Kunstrichtung selbst leitet sich von Monets Kunstwerk Impression, soleil levant ab, welches 1872 in Sainte-Adresse, in der Nähe von Le Havre, gemalt wurde. Damit ist diese Kunstrichtung Mitten im Herzen der Normandie entstanden. Die Region prägte und prägt noch heute diese Stilrichtung. Mehr noch, der Zusammenhang zwischen der Normandie und der Kunstrichtung des Impressionismus entspricht einer geografischen und historischen Realität. Diese Moment-Malerei ist unter den unvergleichlichen Himmeln der Normandie entstanden, entlang ihrer leuchtenden Küstenlandschaft und in ihren sattgrünen Tälern!

Die so speziellen Lichtverhältnisse der Normandie haben viele Künstler inspiriert, die auf dauerhafte Weise die Kunstrichtung geprägt haben:

Delacroix hat als Kind seine Ferien in der Nähe von Fécamp verbracht. Er zeichnete die Kreidefelsen von Étretat lange vor Courbet und Monet und er ist der erste gewesen, der in seinem Werk La Mer vue des falaises de Dieppe mit der geschwungenen Pinselführung und der Überlagerung von Farben experimentiert hat - eine so wichtige Technik für die Impressionisten.

Millet, der aus einem kleinen Küstenort im Norden des Cotentin stammte und in Le Havre lebte, hat es gewusst, das normannische Bauerntum darzustellen.

Seit 1840 fand auch Courbet seine Inspiration an den normannischen Küsten. Er war ein regelmäßiger Besucher von Dieppe.

Degas entdeckt seit seiner Jugend das Nationalgestüt Haras du Pin. In der Galopprennbahn von Argentan zeichnet er seine ersten Pferderennen.

Renoir trifft in Dieppe seine Freunde Monet, Blanche und Pissarro.

Daneben lassen sich viele andere Künstler im Laufe der Jahrzehnte von den Musen der normannischen Natur verführen.

Wichtige Orte und große Namen des Impressionismus

Die Normandie als Ganzes gilt als eine Quelle der Inspiration für die genannten Künstler, dennoch muss festgestellt werden, dass manche Orte ihre Vorstellungskraft und Kreativität in ganz besonderer Weise beeinflusst haben.

Courbet und Corot, die Avant-garde der französischen Malerei, entwickeln Modelle und Motive, von denen sich alle anderen Künstler inspirieren ließen. Sie haben das charmante Städtchen Saint-Céneri le Gérei im Département Orne besucht, welches heute als eines der schönsten Städtchen Frankreichs ausgezeichnet ist.

Dieppe wurde zum ersten Zentrum der Impressionisten. Renoir, Courbet, Blanche, Monet, Pissarro oder Eva Gonzalès fanden sich immer wieder in der Stadt ein. Courbet, Monet, Bazille oder aber Corot wurden Dieppe einige Male untreu, um auf ihren Leinwänden das faszinierende Licht der Mündung der Seine einzufangen. Sie wohnten damals in der Herberge der Mère Toutain, welche heute die Ferme Saint Siméon in Honfleur ist.

Noch bevor Le Havre durch die von August Perret geprägte Architektur begeisterte, war die Stadt ebenfalls ein Zentrum der kreativen Aktivität der impressionistischen Künstler. Vor allem Millet, Boudin, Turner, Jongking oder der junge Monet malten hier.

Honfleur, die Geburtsstadt von Eugène Boudin, befindet sich ebenfalls unter den Orten, die als „Wiege des Impressionismus“ gelten. Außerdem hat Honfleur den jungen Monet zur Motivmalerei inspiriert. Zahlreich sind die Künstler, die sich von dem einzigartigen Ambiente in Honfleur haben begeistern lassen. Noch heute ist das Seebad eine unversiegbare Quelle der Inspiration – davon zeugen zahlreiche Künstlerateliers und Galerien in dem kleinen Städtchen.

Zum Schluss darf natürlich die Fondation Monet in Giverny nicht vergessen werden. Monet wählte dieses kleine Dorf im Département Eure, um dort sein Garten-Atelier zu verwirklichen. Hier lebte er und zeichnete einige seiner berühmtesten Werke. Der Garten, das Wohnhaus mit seinem Dekor und seinem Mobiliar, das gesamte Dorf sind eine Einladung zum Verweilen und zur Kontemplation. Jede Jahreszeit lässt Monets Garten anders erscheinen. Viele amerikanische Künstler fanden hier zudem ebenfalls Inspiration. So entstand die „amerikanische Kolonie“ in Giverny

Quelle: Klein, Jacques-Sylvain : La Normandie, Berceau de l’Impressionnisme

Mehr Infos

Erfahren Sie mehr