Caen und die Côte de Nacre

Normandie Tourisme
Die Region ist das Ziel vieler Maler, die auf der Suche nach Ursprünglichkeit dem turbulenten Treiben der großen Badeorte entgehen möchten.

Caen

Dies galt insbesondere für den Beginn des 19. Jahrhunderts. Zuerst kommen englische Aquarellisten (Turner, Bonington), um die mittelalterliche Architektur aus der Zeit ihrer Vorfahren, der Wikinger, zu studieren. Später, gegen Ende des Jahrhunderts, versuchen Maler, wie Seurat oder Signac, mit einem analytischen Malstil den Impressionismus zu „überwinden“. Bevor der Bec du Hoc im Zweiten Weltkrieg zu einem entscheidenden Ort während der Schlacht um die Normandie wurde, war er bereits Austragungsort eines verbissenen Zwistes zwischen den „Archéos“ (den Impressionisten) und den „Néos“ (den Erneuerern). Dieser ging letztlich zu Gunsten der „Archéos“ aus. Womöglich, weil sie die wirkliche malerische Revolution verkörperten.

Aufgrund seiner Lage an der Orne und in Küstennähe vereinigt die Hauptstadt der Basse-Normandie dynamische Urbanität mit dem Flair einer Hafenstadt. Trotz der massiven Kriegsschäden hat die Stadt Wilhelm des Eroberers ein reiches historisches Erbe bewahrt. Allen voran die „Zwillingsabteien“ Abbaye aux Hommes und die Abbaye aux Dames. Während ihrer Normandie-Reisen fertigten die englischen Aquarellisten eine Art Verzeichnis der wichtigsten Baudenkmäler. Bonington malt die Kirche Saint-Sauveur, Turner die Kirchen Saint-Etienne. Saint-Pierre und Saint-Gilles.

> Das Musée des Beaux-Arts in der Herzogsburg

Das Museum verfügt über eine repräsentative Sammlung mit Werken des 19. Jahrhunderts von der Romantik über Naturalismus und Realismus bis hin zu den Impressionisten mit Monet, Lebourg und Boudin, denen eigene Abteilungen gewidmet sind. Einen bedeutenden Rang nehmen auch die Arbeiten von Lépine ein. Der einheimische Künstler stellt, wie auch Boudin, mit seiner Malerei unter freiem Himmel ein Bindeglied zwischen den Impressionisten und dem Malstil von Barbizon dar.

Während ihrer Normandie-Reisen fertigten die englischen Aquarellisten eine Art Verzeichnis der wichtigsten Baudenkmäler

> Office de tourisme de Caen

Tel : 02.31.27.14.14

> Office de tourisme de Bayeux-Bessin-Plages du Débarquement

Tel : 02.31.51.28.28

> Office de tourisme Terres de Nacre

Tel : 02.31.97.30.41

> Eine Vielzahl weiterer Informationen befinden sich auf der Homepage des Comité Départemental de Tourisme du Calvados

Wir danken Jacques-Sylvain Klein für die Überlassung seiner Artikel, die er für den Reiseführer Le Routard "La Normandie des Impressionnistes" verfasst hat.

In der Umgebung von Caen

> Ouistreham

Im Jahr 1821 unternimmt der englische Maler Bonington eine große Normandie-Reise. An der Côte de Nacre verliebt er sich in einen Strand, der ihn zwei Jahre später zum Bild Près de Ouistreham inspirierte, seinem ersten bekannten Ölgemälde.

> Saint-Aubin-sur-Mer

Ende August 1867 besucht Courbet das Fischerdorf, dass sich allmählich zum Seebad wandelt. Er bleibt zehn Tage und malt in dieser Zeit La plage à Saint-Aubin, Le Petit Cavalier à Saint-Aubin und Un Marine.

> Port-en-Bessin

Paul Signac beginnt hier um 1880 nach Art von Monet mit der Malerei unter freiem Himmel. Aber nach seiner Begegnung mit Seurat wechselt er ins Lager der Neoimpressionisten. Diese bemühen sich um eine „wissenschaftliche“ Anwendung der „simultanen Farbkontraste“, im Unterschied zu der „intuitiven“ nach Art der Impressionisten.

> Grandcamp

Als Kind verbringt Seurat seine Ferien in Grandcamp. Als er im Jahr 1885 dorthin zurückkehrt, werden die alten Erinnerungen wieder wach. Er entwickelt die Lichtfülle, die seinen Werken bisher noch fehlte. Bei seinen Bildern vom Meer wendet er den von den Impressionisten entlehnten Malstil an, allerdings in einer Strenge und Zeitlosigkeit, die einen Bruch mit der lebensfrohen impressionistischen Interpretation darstellt.