Coco Chanel, Christian Dior, die maritime Mode von Saint James, die Spitze von Alençon und nachhaltige Jeans 100% made in Normandy – die Normandie inspiriert seit Jahrhunderten Modeschöpferinnen und Modeschöpfer. Auf unserer Reise durch die Normandie haben meine Freunde und ich, Markus (28), uns auf die Spuren der französischen Mode begeben und nach Herzenslust geshoppt und gebummelt.

Was sind die Sehenswürdigkeiten in Sachen Mode in der Normandie?

  1. Coco Chanel und die Strandpromenade von Deauville
  2. Das Haus und der Garten von Christian Dior in Granville
  3. Saint James: die berühmten maritimen Pullover aus der Normandie
  4. Die Spitze von Alençon – feinste Handwerkskunst für Königinnen und Könige
  5. Nachhaltige Jeans 100% made in Normandy

1. Coco Chanel und die Strandpromenade von Deauville

1913 eröffnete „Gabrielle Chanel“ alias Coco Chanel in Deauville ihre erste Boutique außerhalb von Paris. Nur fünf Minuten von der langen Strandpromenade entfernt, zwischen dem Casino und dem Hotel Barrière Le Normandy, verkaufte Sie Hüte, die bekannten maritimen Pullover im Streifenlook und Hosen. Hier in der Normandie erfindet Coco Chanel ihre Sommermode für Frauen. Ihre Inspiration findet Sie auf den Galopprennbahnen, den Golfplätzen, den Tennisclubs und natürlich dem schier endlosen Sandstrand des Seebads Deauville: Hier tummeln sich die Frauen der feinen Gesellschaft in engen Korsetts und pompösen Kleidern. Die Modeschöpferin selbst sagt über ihre moderne, androgyne Mode: „Ich habe dem Körper der Frau seine Freiheit zurück gegeben“. Coco Chanels einstige Boutique in Deauville erkennen wir noch heute sofort, denn: Karl Lagerfeld, einer ihrer größten Bewunderer, hat dort eine Plakette anbringen lassen.

2. Das Haus und der Garten von Christian Dior in Granville

In der rauen Freibeuterstadt Granville im Westen der Normandie wird Christian Dior 1905 geboren. Umgeben vom Meer der Bucht des Mont Saint-Michel wächst er in der Villa Les Rhumbs auf. Mit seiner Mutter teilt er die Liebe für den Garten und die Kunst. Christian Dior folgt seiner Intuition und widmet sich der Mode, anstatt Politik zu studieren – eine richtige Entscheidung! 1946 weiht der Modeschöpfer sein erstes Geschäft ein. Und ein Jahr später stellt er die Modewelt mit seinen Kreationen auf den Kopf. Der „New look“ seiner ersten Modenschau setzt Trends und macht ihn international bekannt. Die Villa Les Rhumbs ist heute das Museum Christian Dior und zeigt in temporären Ausstellungen die Kreationen des Modeschöpfers. Auch der Rosengarten ist absolut sehenswert!

3. Saint James: die berühmten maritimen Pullover aus der Normandie

Kein Normandie-Urlaub ohne eine Shoppingtour bei Saint James – das war eine Bedingung der Mädels unserer Reisegruppe. Und wie recht die Damen hatten! Die maritimen Pullover für Damen und Herren von Saint James sind ein Muss im Normandie-Urlaub. Nicht nur, dass sie wirklich sehr edel aussehen, je nach Jahreszeit halten sie warm bzw. sind luftig-leicht und passen perfekt zur Küste und zu den Stränden der Normandie! Nicht weit entfernt vom Mont Saint-Michel und den Salzwiesen liegt das Atelier von Saint James.

Die beliebtesten Kleidungsstücke von Saint James sind der maritime Pullover, das typische, weiß-blau gestreifte Matrosenshirt (Marinière) und die Cabanjacke. Seit 2013 gehört Saint James zum „lebendigen Industrieerbe“ (Entreprise du Patrimoine vivant) Frankreichs. Damit wird die über 130-jährige maritime Modetradition der Normandie gewürdigt. Man kann sagen, dass die Mode von Saint James eine internationale Markenbotschafterin Frankreichs ist. Unser Tipp: Besuchen Sie das Modeatelier und schauen Sie zu, wie die maritime Mode aus der Normandie gemacht wird. Und anschließend wartet die Boutique auf Sie! Wir haben unseren Urlaub nach unserem Besuch bei Saint James im weiß-blau gestreiften Partnerlook fortgesetzt!

4. Die Spitze von Alençon – feinste Handwerkskunst für Königinnen und Könige

Im 17. Jahrhundert kleidete die edle Spitze von Alençon Königinnen und Könige. Die Spitzentechnik wurde nur durch orale und handwerkliche Tradition weitergegeben. Für die Herstellung eines Spitzenmusters in der Größe einer Briefmarke benötigten die Spitzenklöpplerinnen zwischen 7 und 15 Stunden! Das Museum der Schönen Künste von Alençon (ausgezeichnet als „Musée de France“ – Museum Frankreichs) zeigt die kunstvolle Spitze der Normandie, die seit 2010 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Heute wird die Spitzentechnik von Alençon von einigen wenigen zertifizierten Klöpplerinnen beherrscht und weitergegeben.

5. Nachhaltige Jeans 100% made in Normandy

Was passt besser zu einem Matrosenshirt oder Pullover von Saint James als eine nachhaltige Jeans aus der Normandie? Aus Recyclingstoff kreieren die klugen Köpfe des Modeateliers AVN lockere und schicke Herrenjeans. AVN bedeutet Atelier de la Venise normande („Atelier des normannischen Venedigs“) und ist ein Hinweis auf die Geburtsstadt der Modeschöpfer. Ich muss gestehen, bei AVN hat mich das Shoppingfieber endgültig gepackt. Die Hosen sitzen wie eine zweite Haut und sind nachhaltig produziert – top! Wenn Sie an noch mehr nachhaltig produzierter Mode aus Frankreich interessiert sind, dann ist die nachhaltige Modemarke „Le slip français“ perfekt für Sie. Übrigens, „Le slip français“ hat auch eine Kooperation mit Saint James umgesetzt – für noch mehr maritimen Komfort aus der Normandie!

Atelier Saint James
Atelier Saint James © E.Ursule

Praktische Informationen

Museum Christian Dior
1 Rue d’Estouteville
50400 Granville
Website Museum Dior Granville

Strickmode von Saint James
Route d’Antrain
50240 Saint-James
Website Saint James

Museum der Schönen Künste und der Spitze
Cour carrée de la Dentelle
61000 Alençon
Das Museum der Spitze von Alençon auf Facebook