Sie wollen sich zu den Anfängen des Impressionismus begeben? Dann stellen Sie sich frühmorgens an die Uferpromenade von Le Havre, mit Blick aufs Meer! Genau hier malte Monet 1872 sein berühmtes Gemälde Impression, Sonnenaufgang, das dem Impressionismus seinen Namen gab.

Le Havre: Vom Hafenviertel bis zum MuMa

Der Hafen übt natürlich eine besondere Anziehungskraft aus – warum also nicht mit der Atmosphäre dieses Viertels beginnen, die Boudin so faszinierte? Der Maler, der als einer der Vorreiter des Impressionismus gilt, hielt sie in seinem Gemälde Coup de vent devant Frascati, Le Havre fest. Auch Pissarro widmete sich dem Hafen: Von seinem Zimmer im Hôtel Continental gegenüber der Mole malte er eine Serie von zwanzig Gemälden.

Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich das Musée d’Art Moderne André Malraux (MuMa) mit seiner modernen, transparenten Architektur. Es beherbergt eine der reichsten impressionistischen Sammlungen Frankreichs. Boudin, Monet, Renoir, Pissarro, Degas und Sisley dominieren hier neben Dufy, Friesz oder Braque. Nach einem Abstecher in die Cafeteria des Museums mit ihrem atemberaubenden Ausblick geht es weiter zum Strand und zur Uferpromenade bis zum ‚Nizza von Le Havre‘ – dorthin, wo Monet seine berühmte Terrasse in Sainte-Adresse malte.

Beton und Licht

Nach wie vor faszinierend: Seit 2005 gehört die Stadt Le Havre zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Spaziergang durch das Stadtzentrum lässt die geradlinige Pracht, den rauen und zugleich lichten Charakter erkennen, den ihr der Architekt Auguste Perret verlieh. Mit der App Le Havre Impressionniste et Fauve können Sie die Stadt erkunden – Hinweise führen Sie zu jedem Ort, der mit einem Gemälde verbunden ist. Unbedingt lohnenswert ist auch ein Besuch der Kirche Saint-Joseph, deren Betonturm 107 Meter in den Himmel ragt.

Und für den kleinen Hunger zwischendurch? In der Colombe Niemeyer nahe dem berühmten ‚Volcan‘ kann man toll brunchen. Wer das Außergewöhnliche sucht, wird im Les Enfants Sages fündig – einem Bistro in einer ehemaligen Schule.

Der Himmel über Honfleur

Schauen Sie nach oben – der Himmel gehört Ihnen! Boudin irrte sich nicht: Der Himmel über Honfleur zeigt eine Schönheit, die sich stets im Wandel befindet. Das Musée Eugène Boudin präsentiert über hundert Werke des Künstlers, den man den ‚König der Himmel‘ nannte. Mehr als fünfzehn Jahre lang trafen sich hier die befreundeten Künstler in Saint-Siméon. Das heitere Gasthaus der Mutter Toutain ist heute ein luxuriöses Hotel-Restaurant. Bei einem Spaziergang rund um das Vieux-Bassin oder durch das Viertel Sainte-Catherine mit seiner freistehenden Kirche wandelt man wahrlich auf den Spuren der Impressionisten.

Von der Côte de Grâce zur Blumenküste nach Deauville

Um das pulsierende Leben der Badeorte zu spüren, die Courbet, Boudin oder Caillebotte festhielten, schlendern Sie einfach über die Holzpromenaden (Planches) von Trouville und Deauville – dort kann man sich die Strandszenen mit Damen in Krinolinen und elegant gekleideten Herren noch immer gut vorstellen. Das Kulturzentrum Les Franciscaines ist ebenfalls einen Besuch wert. Zurück im Freien säumen Casinos, die Rennbahn und beeindruckende Belle-Époque-Villen die Küste – begleitet von einer magischen Atmosphäre, die diesen Ausflug stimmungsvoll abrundet.

Kleine Auszeit

Von Sainte-Adresse nördlich von Le Havre eröffnet sich derselbe Blick, den Monet 1867 für seine berühmte Terrasse in Sainte-Adresse wählte. Wie von einem Balkon über dem Meer erlebt man hier das Spiel wechselnder Lichter und Spiegelungen auf den Wellen – ein impressionistisches Erlebnis, zugleich beschaulich und voller Leben.

Video

Impressionismus-Reisen in die Normandie und nach Paris

Musée d’Art Moderne André Malraux (MuMa)
2 boulevard Clemenceau
76600 Le Havre

Aussichtspunkt Impression, Sonnenaufgang
Quai de Southampton
76600 Le Havre

La Colombe Niemeyer

Les enfants sages

Musée Eugène Boudin

Hôtel-Restaurant La Ferme Saint-Siméon

Les Franciscaines

 

Verfasst von Vinciane Laumonier

Ein Wochenende in Le Havre, Honfleur oder Deauville

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