Schmuckstück der Hauptstadt der Normandie, Muse für Claude Monet, letzte Ruhestätte großer normannischer Persönlichkeiten -majestätisch erhebt sich die Kathedrale von Rouen seit über 900 Jahren über die Altstadt von Rouen.
Die höchste Kathedrale Frankreichs
Die Kathedrale von Rouen ist ein Meisterwerk aus Tausenden von filigranen Figuren, Torbögen und kunstvoll geschwungenen Verzierungen. Sie wurde zum Großteil im 12. und 13. Jahrhundert erbaut und kombiniert Elemente der Früh- bis in die Spätgotik. Mit 151 Meter Höhe ist die Kathedrale von Rouen außerdem die höchste Kirche Frankreichs. Sie ist das Prestigeobjekt des mittelalterlichen Rouens, Handelszentrum des stolzen und einflussreichen Herzogtums der Normandie.


Der Butterturm und die Sünden der Normanninnen und Normannen
Der Großteil der Kathedrale ist aus schneeweißem Stein, aber der rechte Turm leuchtet in warmen Gelbtönen. Was hat es damit auf sich? Der sogenannte „Butterturm“ wurde im 15. Jahrhundert errichtet, also rund 300 Jahre, nachdem mit dem Bau der gotischen Kathedrale begonnen wurde. Der spätgotische, verspielte Flamboyant-Stil lässt ihn deshalb anders aussehen. Außerdem konnten die Baumeister im 15. Jahrhundert nicht mehr auf den lokalen, hellen Stein zurückgreifen, sondern bauten den Turm mit den cremefarbenen Steinen aus der Nachbarregion Nordfrankreich.
Der Spitzname „Butterturm“ hat jedoch mit der Finanzierung des Turms zu tun. Dieser wurde nämlich dank des sogenannten „Fastenalmosen“ errichtet. Geldsorgen begegnete die Kirche des Mittelalters nicht nur in Rouen damit, dass sie bestimmte Lebensmittel als „Sünde“ definierte, die man zur Fastenzeit nur essen durfte, wenn man ein Fastenalmosen zahlte, quasi eine Art Ablassbrief erwarb. Kurzerhand wurden in der Normandie alle Milchprodukte, inklusive der guten normannischen Butter, von der Kirche als sündige Schlemmerei deklariert. Wenn die Normannen ihre Butter mit gutem Gewissen essen wollten, so mussten sie dafür zahlen – und finanzierten so den „Butterturm“.
Claude Monet und die Kathedrale von Rouen
Die Fassade der Kathedrale verzauberte auch einen der größten Maler des Impressionismus. Claude Monet malte die Kathedrale von Rouen im Jahr 1892 und 1893 insgesamt über 30-mal und machte die Kathedralen-Serie als impressionistisches Meisterwerk in Frankreich und der Welt bekannt. Meist arbeitete Monet an bis zu 14 Gemälden der Kathedrale gleichzeitig. Auf diese Weise fing er die verschiedenen Lichtstimmungen auf der Fassade je nach Tageslicht und Jahreszeit ein. Sein provisorisches Atelier befand sich im Obergeschoss der heutigen Touristinformation von Rouen.
Im Inneren der Kathedrale: Die Geheimnisse des Chorgewölbes
Kaum begibt man sich in das Innere der Kathedrale, ändert sich die Atmosphäre. Die Geräuschkulisse der lebendigen Fachwerkaltstadt von Rouen macht Platz für beinahe greifbare Ruhe und eine geheimnisvolle Stimmung. In der Stille ruhen seit Jahrhunderten zwei der größten normannischen Persönlichkeiten: der Wikinger Rollo, der erste Herzog der Normandie, und Richard Löwenherz, der sein Herz in Rouen begraben ließ.
Ein magischer Moment im Sommer: Die Kathedrale des Lichts

Die beleuchtete Kathedrale von Rouen ist zu jeder Jahreszeit bezaubernd. Im Sommer wird bei dem kostenlosen Open-Air Event „Kathedrale des Lichts“ die Fassade der Kathedrale bei Einbruch der Dämmerung mit Sound- und Lichteffekten beleuchtet. Reisen Sie zu den Wikingern, auf den Spuren von Johanna von Orléans oder von Wilhelm dem Eroberer, zum Impressionismus oder in ganz neue Welten.
Place de la Cathédrale 76000 ROUEN
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Ein Wochenende in Rouen
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