Diese autofreie Route lässt sich ganz entspannt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden und folgt den Spuren des jungen Claude Monet. Sie führt von Le Havre über Honfleur und Trouville-sur-Mer bis nach Deauville und durchquert dabei die Landschaften, die seine Leidenschaft für die Malerei entfachten und den Blick des späteren Meisters des Impressionismus prägten.

Tag 1

Le Havre

  • In zwei Stunden von Paris mit dem Zug erreichbar.

Claude Monet wuchs in Le Havre auf, wohin seine Familie zog, als er etwa fünf Jahre alt war. Hier begegnete er dem Präimpressionisten Eugène Boudin, der ihn in die Freilichtmalerei einführte. Schon früh entwickelte Monet seine eigene Farbpalette und war fasziniert von den Ausblicken auf die Seine-Mündung und die umliegenden Küstenlandschaften. Der Künstler blieb der normannischen Küste zeitlebens eng verbunden und widmete ihr bis Ende der 1890er-Jahre mehrere Dutzend Gemälde.

Das MuMa – ein bedeutendes Museum für impressionistische Kunst

Le Havre ist eine vom Meer geprägte Stadt – eine Landschaft, die die Wahrnehmung des jungen Monet nachhaltig beeinflusste. Erste Station auf den Spuren des Künstlers ist das MuMa, das direkt am Meer liegt. Auch seine Architektur greift die für die Normandie so typischen wechselnden Lichtstimmungen und Himmelsbilder auf, die Monet besonders faszinierten. Neben „Das Parlament von London, die Sonne bricht durch den Nebel“ und einem Werk aus der berühmten Serie „Seerosen“ sind im Museum weitere Gemälde Monets zu sehen, darunter „Die Seine bei Vétheuil“, „Wintersonne, Lavacourt“, „Fécamp, Meeresküste“ und „Die Klippen von Varengeville“. Zu den weiteren Schätzen der Sammlung zählen die stimmungsvollen „Himmel“ des aus Honfleur stammenden Eugène Boudin, der den jungen Monet maßgeblich prägte.

Von „Impression, soleil levant“ zu„Terrasse à Sainte-Adresse“

Anschließend geht es nur wenige Schritte vom MuMa entfernt zum Quai de Southampton: Hier, aus dem Fenster eines Hotelzimmers, malte Monet an einem Herbstmorgen im Jahr 1872 sein berühmtes Gemälde „Impression, soleil levant“ (Impression, Sonnenaufgang), was der impressionistischen Bewegung ihren Namen gab.
Der Spaziergang ganz im Zeichen des Impressionismus führt anschließend am Meer entlang bis zur Pointe de la Hève. Nach weniger als einer Stunde erreicht man bei dieser kleinen Wanderung den Ort, der Monet zu seinem berühmten Gemälde „Terrasse à Sainte-Adresse“ inspirierte. Das 1867 entstandene Werk ist heute im renommierten Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen. Vor Ort lädt eine Reproduktion des Gemäldes dazu ein, in die Ästhetik der damaligen Seebäder einzutauchen. Mehrere zeitgenössische Kunstinstallationen säumen den Weg und machen den Spaziergang zugleich zu einer Reise durch die Zeit. Sie veranschaulichen, wie stark sich das Stadtbild von Le Havre seit dem 19. Jahrhundert verändert hat.

  • Hôtel Lilly bloom: 10 tiny Houses in einem Garten mit eigener Terrasse, Sauna und Whirlpool.
  • Hôtel Oscar: Vintage-Dekor, Blick auf den „Vulkan“ des Architekten Oscar Niemeyer im UNESCO-Viertel

Tag 2

Honfleur

Spaziergang entlang des Vieux Bassin und Besichtigung des Museums Eugène-Boudin

  • Weniger als 30 Minuten von Le Havre entfernt, mit dem Bus NOMAD 122 über die Seine-Mündung

Ein Spaziergang durch die kleinen Gassen und am Vieux-Bassin von Honfleur entlang führt zu den Motiven, die auch in den frühen Gemälden Monets zu finden sind. Die Hafenstadt hat sich viel von ihrem historischen Charakter bewahrt – mit alten, von der Zeit geprägten Fassaden, kleinen Plätzen und zahlreichen Galerien.

Für Monet war Honfleur außerdem ein wichtiger Ort für prägende Begegnungen. Hier wurde Eugène Boudin geboren, ein bedeutender Vertreter des Prä-Impressionismus. Er ermutigte den jungen Monet und brachte ihn dazu, sich mit der Landschaftsmalerei unter freiem Himmel zu beschäftigen. „Wenn ich Maler geworden bin, verdanke ich das Eugène Boudin“, schrieb Monet später über seinen Weggefährten.

Die Ferme Saint-Siméon – Treffpunkt der Künstler

Wer von Honfleur aus hinauf in die „Stadt der Maler“ geht, hat bald einen freien Blick auf die Seine-Mündung. Hier liegt die Ferme Saint-Siméon, ein grüner Rückzugsort, den Künstler schon Mitte des 19. Jahrhunderts schätzten.
Das ehemalige Gasthaus, dessen Dächer auf Monets Gemälde „La Charrette. Route sous la neige à Honfleur“ (Der Einspänner – Winterlandschaft) zu sehen sind, beherbergt heute ein Hotel-Restaurant und bietet den passenden Rahmen, um regionale Küche zu genießen. Monet, Jongkind, Boudin, Corot und Daubigny gehörten zu den Künstlern, die hier einst übernachteten.

Etwa 15 Gehminuten von der Ferme Saint-Siméon entfernt und nur wenige Schritte von der malerischen Sainte-Catherine-Kirche befindet sich das Musée Eugène-Boudin. Es zeigt Werke bedeutender Landschaftsmaler, darunter Monet und Boudin, aber auch Jongkind und Cals.

  • Car NOMAD: Vom Busbahnhof in Le Havre aus Richtung Caen fahren. Linie 122. Fahrkarten können über die ATOUMOD-App gekauft werden.

Musée Eugène Boudin: Eine Sammlung von Gemälden, die Honfleur und die Flussmündung zeigen, von Boudin, Monet, Jongkind u. a. Täglich außer montags und an Feiertagen.

  • Ferme Saint-Siméon: Ein ehemaliger Bauernhof und Gasthof, der im 19. Jahrhundert bei Künstlern sehr beliebt war und heute ein 5-Sterne-Hotel der Kette „Relais & Châteaux“ ist.
  • Hôtel l’Absinthe : 11 Zimmer, mit antiken Möbeln ausgestattet

Tag 3

Trouville-sur-Mer & Deauville

Der Charme der ersten Seebäder

  • Trouville-sur-Mer ist mit dem Bus (NOMAD 111 Richtung Deauville) in 40 Minuten von Honfleur erreichbar

Die letzte Etappe führt in eine ganz andere Atmosphäre: in die normannischen Seebäder mit ihren eleganten Strandpromenaden, Badehäuschen, Sonnenschirmen und Villen, die sich entlang der Küste aneinanderreihen.
Im Sommer 1870 verbrachte Monet gemeinsam mit seiner Frau Camille einige Zeit in Trouville. Dort entstanden unter anderem „L’Hôtel des Roches Noires“ und „Camille sur la plage de Trouville“. Beide Werke zeigen das gesellschaftliche Leben, das die Seebäder im 19. Jahrhundert prägte.
Auch wenn sich Trouville seitdem verändert hat, ist der Charme dieser Zeit noch immer spürbar – in den schönen Villen, auf den Planches und im Licht am Meer. Auf einer Bank mit Monets Namen, direkt auf den Planches und unweit des berühmten Hôtel des Roches Noires, lässt sich gut eine kleine Pause einlegen und die besondere Atmosphäre des Ortes genießen.

Das Kulturzentrum Les Franciscaines

  • Nach Trouville-sur-Mer führt die impressionistische Route mit dem Fahrrad weiter in Richtung des sehr schicken Badeortes Deauville.
    Fahrradverleih mit Lieferservice (15 km im Umkreis von Trouville)

Die letzte Etappe mit dem Fahrrad lädt dazu ein, es etwas ruhiger angehen zu lassen und die Meeresluft, das besondere Licht, die berühmten Planches von Deauville und den weitläufigen Strand zu genießen.
Danach geht es ohne Fahrrad weiter zu den Franciscaines. Das Kulturzentrum befindet sich in einem ehemaligen Kloster und verbindet Geschichte, Kunst und zeitgenössische Kultur. Nach einer aufwendigen Sanierung beherbergt es unter anderem die Sammlung „Peindre en Normandie“ mit Werken bekannter Künstler wie Claude Monet und Eugène Boudin, aber auch von weniger bekannten Malern wie Adolphe-Félix Cals und Frank Boggs, die in der Normandie arbeiteten.
Bevor es zum Bahnhof geht, lohnt sich noch ein Abstecher in die Rue Olliffe. In Hausnummer 8 ließ Eugène Boudin seine „Villa Breloque“ errichten. Damit endet die Reise auf den Spuren der Impressionisten in Deauville mit einem letzten kleinen Stück Kunstgeschichte.

  • Vom Bahnhof Deauville fährt man mit dem NOMAD-Zug in etwas mehr als 2 Stunden zurück nach Paris. Mit dem NOMAD-Bus: Vom Busbahnhof Honfleur aus in Richtung Deauville fahren. Linie 111. Fahrkarten können über die ATOUMOD-App gekauft werden.
  • Spaziergang an der Strandpromenade von Trouville-sur-Mer, entlang der berühmten „Planches“, auf der Promenade Savignac (Claude-Monet-Bank).
  • Hôtel des Roches Noires: 89 rue du général Leclerc, Trouville-sur-Mer
  • Les Franciscaines: Museum, Mediathek und Veranstaltungssaal in einem ehemaligen Kloster, fünf Minuten vom Meer entfernt. Täglich geöffnet, außer montags und an Feiertagen.

Le Réfectoire des Franciscaines: Moderne Kantine in Les Franciscaines.

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Begeben Sie sich auf die Spuren von Claude Monet und tauchen Sie in der Normandie in die Welt des Künstlers ein, indem Sie die Orte, die ihn inspirierten, besuchen.

3 Tage

La jeunesse de Monet

Verkehrsmittel: Zug, Bus

Abfahrt: Bahnhof Paris Saint-Lazare

Schwierigkeit 2/5

Grüner Reisen

Dank der guten Zugverbindungen zwischen Paris und der Normandie lässt sich dieser Aufenthalt problemlos ohne Auto gestalten. Die Reisedauer kann flexibel an Ihren Zeitplan und Ihre individuellen Wünsche angepasst werden.

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