Camembert, Livarot, Pont-L’Évêque und Neufchâtel – das sind die AOP-Käsesorten der Normandie. Wir stellen Ihnen drei Wanderrouten auf den Spuren der bekannten Käsesorten vor.
Erste Etappe: Camembert und die Geschichte von Marie Harel

Vimoutiers. Mit dem Auto sind wir zwei Stunden von Paris entfernt und befinden uns nur wenige hundert Meter von der geografischen Grenze zwischen den Departements Orne und Calvados. Hier beginnt unsere dreitägige Reise entlang der Käseroute. Unser erstes Ziel: Camembert. Und ja, Camembert ist nicht nur der Name eines Käses, sondern auch der eines hübschen kleinen Dorfes!
Ausgerüstet mit festem Schuhwerk, Picknick, Trinkflaschen und Sonnencreme starten wir an der Place Makau zu der Wanderung „Au Pays du Camembert“. Die 18 Kilometer lange Rundtour führt uns bis nach Camembert, dem Dorf, in dem Marie Harel gelebt haben soll. Harel war eine französische Käserin, die gemäß einer Legende gemeinsam mit dem Abbé Charles-Jean Bonvoust den Camembert erfunden haben soll.
Gegen 12 Uhr erreichen wir die Anhöhen von Camembert. Der Ausblick ist herrlich. Hier, im Jahr 1791, soll Marie Harel im Manoir de Beaumoncel das Rezept für den berühmten Käse entwickelt haben.
Die Wanderung führt durch das Dorf und anschließend auf die andere Seite des Tals. Zurück in Vimoutiers statten wir dem Musée du Camembert einen Besuch ab. Dort erfahren wir unter anderem, dass „Tyrosémiophilisten“ Sammler von Käse-Etiketten sind!
Der Tag neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit, weiter ins Dorf Renouard zu fahren, wo wir die Nacht verbringen werden. Unterwegs kommen wir an Crouttes vorbei. Das auf einer Anhöhe gelegene Dorf ist besonders sehenswert – vor allem bei Sonnenuntergang.
Für die Nacht kehren wir bei Caroline und Emilie ein, den Besitzerinnen der „Ferme Balder“. Das Gästehaus wurde 2020 neu eröffnet und die Zimmer sind liebevoll eingerichtet. Zum Abschluss unseres Abendessens darf natürlich ein Stück Camembert nicht fehlen.

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Zweite Etappe: Livarot und Pont-l’Evêque

Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns gegen 8 Uhr mit dem Auto auf den Weg nach Montviette, einem kleinen Dorf, das etwa 20 Minuten von Renouard entfernt liegt. Dort erwartet uns die 8 Kilometer lange Rundwanderung „La Canteraine“ durch die idyllische Landschaft des Pays d’Auge. Unterwegs begegnen uns Kühe und wunderschöne traditionelle Reetdachhäuser. Wir fühlen uns wie abgeschnitten von der Außenwelt, weit weg vom Trubel der Stadt – herrlich erholsam.
Am späten Vormittag, nach rund zwei Stunden Wanderung, beschließen wir, das Village Fromager in Livarot zu besuchen. Hier befindet sich die Käserei Graindorge. Wir sind gespannt darauf, die Produktionsstätten zu besichtigen und mehr über die Herstellung von Pont-l’Évêque und Livarot zu erfahren. Durch verglaste Gänge können wir die verschiedenen Schritte der Käseherstellung beobachten. Besonders beeindruckt sind wir von der handwerklichen Geschicklichkeit, die nötig ist, um die typischen Binsenstreifen um den Livarot zu legen. Wir entscheiden uns vor Ort für das Mittagsangebot „Bar à fromages“: einen Verkostungsteller mit allen Käsesorten, die hier hergestellt werden. Ein wahrer Genuss!
Am Nachmittag treffen wir uns in Pont-l’Évêque mit Emilie, einer Gästeführerin des Office de Tourisme Terre d’Auge. Während sie uns die Geschichte der Stadt näherbringt, führt sie uns bis zur Fromagerie Annabelle. Anschließend folgen wir der Voie Douce, die bis zum See von Pont-l’Évêque führt. Ein schöner Spaziergang rund um das Freizeitzentrum, der sich wunderbar für einen kleinen Verdauungsspaziergang eignet.
Bevor es weiter nach Neufchâtel-en-Bray geht, verbringen wir die Nacht in der „Villa des Arts“ im Herzen von Lisieux. Die Einrichtung ist stilvoll und ausgesprochen kunstvoll gestaltet, und auch die Speisekarte des Restaurants macht Lust auf mehr. Gemeinsam mit Sophie schlendern wir am Abend noch gemütlich durch die Straßen von Lisieux und lassen den Tag entspannt ausklingen. Allzu spät wird es nicht, denn mit den ersten Sonnenstrahlen geht es am nächsten Morgen weiter in Richtung Seine-Maritime – zur letzten Etappe unserer Reise.
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Dritte Etappe: Pays de Bray

Um 10 Uhr machen wir nach einem kurzen Besuch im Tourismusbüro von Neufchâtel-en-Bray die Wanderung „La Marie Cloche“. Auf geht’s zu einer 6 Kilometer langen Tour!
Gegen 12 Uhr, nach rund eineinhalb Stunden Wanderung, kehren wir zum Mittagessen in der Crêperie „Les Tables de la Gare“ ein. Der Ort ist wirklich außergewöhnlich: Ein ehemaliger Bahnhof wurde zu einem Restaurant umgebaut, in dem man mit Blick auf die Radroute Paris–London speisen kann. In der hübschen Boutique vor Ort können wir außerdem noch regionale Produkte für zu Hause erstehen.
Nach dieser wohlverdienten Pause geht es am frühen Nachmittag weiter zu einem Bauernhof. Dort möchten wir mehr über die einzelnen Schritte bei der Herstellung des Neufchâtel erfahren. Treffpunkt ist die Ferme des Fontaines in Nesle-Hodeng. Wir lernen, dass es sich bei diesem Käse um einen leicht gesalzenen Weichkäse mit Weißschimmelrinde handelt.
Nun kennen wir die Geheimnisse der vier normannischen AOP-Käsesorten. Mit dieser letzten, wunderbar cremigen Etappe machen wir uns auf den Weg in die Höhen des Forêt du Hellet, wo uns noch eine letzte Wanderung erwartet. Der Ausblick ist einfach herrlich und bildet den perfekten Abschluss unserer dreitägigen Reise durch die Normandie.
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