Mittelalterliche Schätze, bequem mit dem Zug erreichbar: Bergfriede, Abteien und jahrtausendealte Städte erzählen von mehr als 1.000 Jahren Geschichte. Viele dieser historischen Orte liegen nur wenige Gehminuten von einem Bahnhof entfernt. Entdecken Sie unsere Tipps für Ihre Reise durch die mittelalterliche Normandie – ganz ohne Auto.

Rouen – Geschichte entlang der Seine

Warum Rouen? Seit 911 prägt Rouen die Geschichte der Normandie: In diesem Jahr übertrug der Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte dem Wikingerführer Rollo die Ländereien, aus denen später das Herzogtum Normandie hervorgehen sollte. Drei Jahrhunderte lang war Rouen dessen politisches Zentrum, bis die Stadt 1204 an das Königreich Frankreich fiel. Untrennbar mit Rouens Geschichte verbunden ist auch Jeanne d’Arc: Im Schloss von Philippe Auguste verurteilt, wurde sie 1431 auf der Place du Vieux-Marché hingerichtet.

Anreise: In 1 Stunde 30 Minuten von Paris. Vom Bahnhof Rouen-Rive-Droite sind Sie zu Fuß in 10 Minuten im mittelalterlich geprägten Zentrum der Stadt.

Sehenswürdigkeiten in Rouen

Mit dem Zug für ein Wochenende nach Rouen

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Caen – die Stadt Wilhelm des Eroberers

Warum Caen? Es ist die Stadt Wilhelms des Eroberers, der sie um 1060 zu seiner Residenz machte, wenige Jahre bevor er den Ärmelkanal überquerte und 1066 die Schlacht von Hastings gewann. Zusammen mit seiner Gattin Mathilde von Flandern gründete der Herzog, der zum König von England geworden war, dort zwei bedeutende Abteien, in denen beide heute ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Anreise: In zwei Stunden von Paris mit dem Zug. Mit der Tram sind Sie vom Bahnhof in wenigen Minuten am Château de Caen.

Sehenswürdigkeiten in Caen

Die mittelalterliche Normandie mit dem Zug entdecken

Mit dem Zug für ein Wochenende nach Caen

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Das Château de Falaise

Die Burg „Guillaume-le-Conquérant“ thront über der Stadt Falaise, dem Geburtsort des späteren Herzogs der Normandie und Königs von England. Sie besticht durch ihren quadratischen Bergfried aus dem 12. Jahrhundert und ihre immersive Inszenierung, die das Leben im Mittelalter wieder zum Leben erweckt. Um dorthin zu gelangen, nehmen Sie die Buslinie Nomad 118 vom Busbahnhof in Caen.


Bayeux, die Stadt des berühmten Wandteppichs

Warum Bayeux? Da Bayeux 1944 von den Bombardierungen verschont blieb, konnte die Stadt ihr außergewöhnlich reiches mittelalterliches Erbe bewahren. Ihre Blütezeit erlebte die einstige Bischofsstadt im 11. Jahrhundert unter Odon de Conteville, Bischof von Bayeux und Halbbruder Wilhelms des Eroberers. Auf seine Initiative hin wurde die Kathedrale 1077 geweiht; zudem gilt er als Auftraggeber des berühmten Wandteppichs von Bayeux. Die Stadt liegt im Herzen der historischen Landschaft Bessin und lässt sich bequem zu Fuß erkunden.

Anreise: 2 Stunden und 15 Minuten mit dem Zug von Paris entfernt. Vom Bahnhof Bayeux sind es 10 Minuten zu Fuß zum Stadtzentrum.

Sehenswürdigkeiten in Bayeux

  • Die Kathedrale Notre-Dame, die 1077 in Anwesenheit von Wilhelm geweiht wurde.
  • Das Tapisserie-Museum von Bayeux, das komplett neu gestaltet wird, um die Stickerei, die von der Eroberung Englands erzählt, noch besser zur Geltung zu bringen. Es wird Ende 2027 neu eröffnen.
  • Die mittelalterlichen Gassen und die Mühlen an der Aure.

Der Mont Saint-Michel

Warum der Mont Saint-Michel? Schon im 8. Jahrhundert ein dem Erzengel Michael geweihtes Heiligtum, nimmt der Felsen im Jahr 966 auf Betreiben von Herzog Richard I. eine Benediktinergemeinschaft auf. Die Abtei wird zu einem der großen Pilgerziele des Abendlandes; im 13. Jahrhundert errichten die Mönche hier dieses „Merveille“ genannte Wunderwerk – eine gotische Meisterleistung, die über der Bucht zu schweben scheint. Die tausendjährige Anlage lässt sich im Wandel der Jahreszeiten entdecken.

Anreise: Mit dem Zug über Caen nach Pontorson, dann mit dem Shuttlebus oder auf dem Radweg: neun Kilometer mit dem Fahrrad durch die Polder.

Sehenswertes am Mont Saint-Michel

  • Die Abtei des Mont Saint-Michel, sowie die Stadtmauern und das mittelalterliche Dorf, die man am besten früh morgens oder am späten Nachmittag besichtigt, um die Stätte in aller Ruhe genießen zu können. Wir empfehlen Ihnen außerdem, auf dem Berg zu übernachten: ein unvergessliches Erlebnis.
  • Eine geführte Wattwanderung durch die Bucht, barfuß im Sand, um den Mont Saint-Michel einmal anders zu erleben und ein einzigartiges Ökosystem im Rhythmus der Gezeiten zu entdecken.
Enfants assis sur les remparts du Mont-Saint-Michel

Mit dem Zug für ein Wochenende zum Mont Saint-Michel

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Mittelalter-Rundreise: 100 % ohne Auto

Diese Städte lassen sich ohne Weiteres als Rundreise mit dem Zug entdecken. Um tausend Jahre Geschichte aufzurollen, starten Sie in Rouen, der Hauptstadt des Herzogtums Normandie, fahren weiter nach Caen, der Stadt Wilhelms des Eroberers, und nach Bayeux, das sich vollständig zu Fuß erkunden lässt. Die letzte Etappe führt zum Mont Saint-Michel: mit dem Zug bis Pontorson, von dort bequem weiter mit dem Bus bis zum Fuß des Felsens. Eine Route, die sich ganzjährig in vier Tagen oder mehr umsetzen lässt.


Fécamp, Alençon, Coutances: die noch unbekannt(er)e mittelalterliche Normandie

Fécamp, Wiege der ersten Herzöge der Normandie

Warum Fécamp? Hier hat die normannische Dynastie ihre Wurzeln: Die Herzöge Richard I. und Richard II. unterhielten hier ihren Palast und gründeten um das Jahr 1000 die Abtei „La Trinité“, wodurch Fécamp zu einem der großen geistlichen Zentren des Herzogtums wurde. Die beiden Herzöge ruhen noch heute dort.

Anreise: Strecke Paris–Le Havre bis Bréauté-Beuzeville, dann Anschluss nach Fécamp. Der Bahnhof ist eine Viertelstunde zu Fuß von der Abteikirche entfernt.

Sehenswertes: die Abteikirche der Heiligen Dreifaltigkeit, deren Kirchenschiff an Länge mit den großen Kathedralen mithalten kann; sowie die Überreste des Herzogspalasts.

Alençon, die herzogliche Stadt

Warum Alençon? Alençon, eine einstige Festung an der Grenze zwischen der Normandie und dem Maine, wurde 1414 zum Sitz eines Herzogtums. Die Burg im Herzen der Stadt hat ihre wehrhafte Silhouette bis heute bewahrt.

Anreise: Die Bahnstrecke Caen–Le Mans führt über Alençon. Die Altstadt ist eine Viertelstunde zu Fuß vom Bahnhof entfernt.

Sehenswertes: das Eingangspavillon des Herzogschlosses, die Basilika Notre-Dame, das Viertel Saint-Léonard sowie das Maison d’Ozé, ein Anwesen aus dem 15. Jahrhundert, das heute die Touristeninformation beherbergt

Coutances und seine gothische Kathedrale

Warum Coutances? Coutances, die historische Hauptstadt des Cotentin, feierte 1057 die Weihe ihrer ersten Kathedrale im Beisein von Wilhelm dem Eroberer. Von diesem Gebiet im Departement Manche aus brachen auch die Brüder von Hauteville auf, jene jüngeren Söhne normannischer Adliger, die Süditalien eroberten.

Anreise: In ca. 1 Stunde mit dem Zug von Caen erreichbar.

Sehenswertes: die Kathedrale Notre-Dame, ein Meisterwerk der gotischen Baukunst in der Normandie.


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Die mittelalterliche Normandie mit dem Zug entdecken
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MILLENIUM – 2027: Das europäische Jahr der Normannen

Im Jahr 2027 feiert die Normandie den tausendsten Geburtstag von Wilhelm dem Eroberer, der 1027 in Falaise geboren wurde. Aus diesem Anlass findet die groß angelegte Veranstaltungsreihe MILLENIUM statt. In über 1.000 Veranstaltungen in der Normandie und in ganz Europa werden 1.000 Jahre Geschichte lebendig.

Auf dem Programm stehen unter anderem ein großes Treffen von Wikingerschiffen, ein Parcours mit zeitgenössischer Kunst, monumentale digitale Projektionen, eine inszenierte Erlebnisrallye sowie bedeutende Ausstellungen.

MILLENIUM ist weit mehr als ein Veranstaltungsjahr: Es erzählt eine gemeinsame europäische Geschichte, die ihren Ursprung in der Normandie hat und bis heute zahlreiche Regionen miteinander verbindet – von England bis Irland, von Flandern bis Süditalien, über Skandinavien und die Kanalinseln.