Salz liegt in der Luft, die Möwen kreischen, und zu beiden Seiten der Hafeneinfahrt von Fécamp ragen die imposanten Kreidefelsen der Alabasterküste empor. Willkommen in Fécamp – einem der spannendsten Fischerhäfen der Normandie! Hier konkurrieren das Meer, die weißen Klippen und die gedrungenen Fischerhäuser des Hafens um Ihre Aufmerksamkeit.
Bis 1204 war Fécamp die Residenz der Herzöge der Normandie. An der Alabasterküste im Pays de Caux gelegen, besticht die Stadt mit ihrem authentischen Charakter und natürlichem Charme.
Warum sich ein Besuch von Fécamp lohnt?

Fécamp – einst Residenz der normannischen Herzöge bis 1204 und Nachfolgerin des Wikingerfürsten Rollo – ist eine Stadt voller Geschichte und maritimer Tradition. Direkt gegenüber der imposanten Abteikirche Sainte-Trinité zeugen die Überreste des herzoglichen Palasts von der glanzvollen Vergangenheit der Stadt. Hinter der Abtei beginnt die verwinkelte Altstadt, in der man den Geist vergangener Jahrhunderte deutlich spürt.
Schon lange bevor Fécamp als Seebad wahrgenommen wurde, lebten die Menschen hier vom Schiffsbau und vor allem von der Hochseefischerei. Über Jahrhunderte war Fécamp der bedeutendste französische Hafen für den Kabeljaufang: Von hier aus stachen Fischer nach Neufundland vor Kanada in See. Noch heute erinnern die typischen, gedrungenen Fischerhäuser am Hafen sowie die Seemannskapelle auf der Klippe – mit kleinen Schiffsmodellen als Votivgaben – an diese Zeit. Solche Dankesgaben findet man auch in anderen normannischen Küstenkirchen, etwa in Honfleur.
Der Hafen selbst lädt zum Flanieren ein – bis hin zum Leuchtturm, wo Sie ein spektakuläres Panorama auf das Meer und die weißen Klippen der Alabasterküste erwartet. Auf den Höhen von Fécamp liegt das Cap Fagnet, der höchste Punkt der Umgebung, mit weitem Blick über die Stadt, das Meer und die steilen Felsen. Dieser Ort war nicht nur Aussichtspunkt, sondern auch strategischer Posten: erst keltische Festung, später Teil des Atlantikwalls. Heute verläuft hier der beliebte Fernwanderweg GR®21.
Zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt gehören das Musée des Pêcheries, das die Geschichte der Fischerei lebendig werden lässt, sowie der beeindruckende Palais Bénédictine – ein prachtvoller Bau aus Backstein und Sandstein, in dem die berühmte Kräuterlikör-Spezialität produziert wird. Der Duft von Gewürzen und Heilpflanzen zieht Besucher ebenso an wie die Mischung aus Industriegeschichte und Architektur. Kein Wunder also, dass Fécamp als „Stadt der Kunst und Geschichte“ ausgezeichnet wurde.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt Yport, ein charmantes Fischerdorf in einer der für die Alabasterküste typischen „Valleusen“ (Einschnitt im Kreidefelsen). Ab 1929 als Seebad anerkannt, zog Yport Künstler und Intellektuelle wie Guy de Maupassant, André Gide oder Eugène Boudin an. Bis heute ist die Bäderarchitektur dieser Zeit mit ihrem Mix aus Jugendstil und neuklassisch-normannischen Elementen sichtbar – mit großzügigen Fassaden, Balkonen und großen Fenstern. Diese besondere Architektur findet sich nicht nur in Yport, sondern auch in Fécamp und im benachbarten Vattetot-sur-Mer.
Und wenn Sie die Alabasterküste aus einer neuen Perspektive entdecken möchten: Starten Sie von Fécamp aus zu einem Segelausflug entlang der Klippen. Mit Wind im Haar, Salz in der Luft und dem Kreidefels im Blick erleben Sie die wilde Schönheit der Normandie auf besonders eindrucksvolle Weise.
Sehenswertes in Fécamp

- Der Benediktinerpalast: Seit mehr als einem Jahrhundert wird in Fécamp „La Bénédictine“ im Benediktiner-Palast hergestellt. Oft kopiert, jedoch nie erreicht, besteht das Original aus einer Mischung aus 27 Kräutern und Gewürzen. Unter anderem Myrre, Wacholder, Safran, Zitrone oder Zimt geben dem Benediktinerlikör seinen unvergleichlichen Geschmack. 1863 findet der Weinhändler und Kunstsammler Alexandre Le Grand der Legende nach ein Rezeptbuch aus der Zeit vor der Französischen Revolution. Der eigentliche Schatz des Buches ist ein Kräuter-Likörrezept des venezianischen Benediktinermönches Dom Bernardo Vincelli aus der Renaissance. Vincelli hat zeitweise in der Abtei von Fécamp gelebt. Nach zahlreichen Versuchen findet Alexandre Le Grand schließlich die richtige Mischung für seinen Benediktinerlikör. Zur Erinnerung en den Benediktinermönch trägt der Likör noch heute die Initialien D.O.M. trägt. Der Benediktinerpalast ist ein Industriedenkmal mit einer fast überbordenden Flamboyant-Fassade. Ein Museum mit religiösen Kunstgegenständen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die großen Destillierkolben für den Likör und eine zeitgenössische Kunstausstellung erwarten Sie im Benediktinerpalast. Ein echt normannisches Erlebnis ist der Cocktail-Workshop mit Benediktinerlikör.
- Das Fischereimuseum von Fécamp in der ehemaligen Kabeljaufabrik: Mitten auf der Hafeninsel, in der ehemaligen Kabeljaufabrik von Fécamp, finden Sie seit 2017 das Fischereimuseum. Ihre Besichtigung beginnen Sie ganz oben, in einem Glasbau auf dem Dach der ehemaligen Fabrik. Von hier aus bietet sich Ihnen ein beeindruckender Panorama-Blick auf die Kreidefelsen und den Hafen von Fécamp. Im Anschluss tauchen Sie ein in das Universum der Hochseefischer von Fécamp. Diese fischten monatelang Kabeljau in den eisigen Gewässern von Neufundland. Neben vielen Ausstellungsstücken und Fotos können Sie auch Original-Tonaufnahmen der Fischersfrauen anhören. Neben dem Fischerei-Thema zeigt Ihnen das Museum eine Sammlung von Kunstwerken und regionalem Kulturgut. Interessant ist auch die Geschichte des Doktor Dufour, dem es gelang, die Kindersterblichkeitsrate in Fécamp zu verringern.
- Ein Spaziergang auf der Mole: Atmen Sie die frische, salzhaltige Meeresluft ein, während Sie auf der Promenade entlang der Mole von Fécamp bis zum Leuchtturm spazieren. Unterwegs begegnen Sie zahlreichen Anglern – vielleicht ergibt sich ein nettes Gespräch über den Fang des Tages. Spazieren Sie auch entlang der Uferpromenade und über die typischen Kiesel am Strand.
- Der Herzogspalast: Gegenüber der Abteikirche erinnern die Überreste des Herzogspalasts an die enge Verbindung der Nachfolger des Normannen Rollo mit Fécamp. Hinter der Abtei zeugen die alten Stadtviertel vom reichen historischen Erbe der Stadt.
Markttage in Fécamp
Der Wochenmarkt von Fécamp findet jeden Samstagvormittag in der Markthalle statt.
Anreise nach Fécamp
- Ab Paris, Rouen oder Le Havre erreichen Sie Fécamp mit dem Zug (Umstieg in Bréauté–Beuzeville, ggf. Weiterfahrt mit dem Nomad-Bus).
- Aus den umliegenden Städten bringt Sie die Buslinie 509 des Nomad-Car-Netzes (Le Havre – Étretat – Yport – Fécamp) bequem ans Ziel.
- Für Radreisende: Fécamp liegt an der Vélomaritime (Roscoff–Dünkirchen) sowie an der Véloroute du Lin, die bis nach Pourville-sur-Mer führt.
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Spezialitäten aus Fécamp
Bénédictine und Hering – das sind die beiden Spezialitäten von Fécamp! Während der Hering vielen bereits ein Begriff ist, lohnt es sich auch, den berühmten normannischen Kräuterlikör kennenzulernen: die Bénédictine. Sie soll 1510 vom Benediktinermönch Dom Bernardo Vincelli in der Abtei von Fécamp erfunden worden sein. Die geheime Rezeptur aus 27 Zutaten verleiht der Likörspezialität ihren unverwechselbaren Geschmack.