2026 jährt sich der Todestag Claude Monets zum hundertsten Mal. Der Künstler verstarb am 5. Dezember 1926 in Giverny. Als Ikone der modernen Kunst schuf Monet mehr als 2.000 Werke, die auch fast ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung weiterhin um die Welt reisen und das Publikum in ihren Bann ziehen. Von „Impression, soleil levant“ – dem Gemälde, das dem Impressionismus seinen Namen gab – über die Serien zur Kathedrale von Rouen bis hin zu den legendären „Seerosen“: Monets Meisterwerke sind untrennbar mit den Landschaften der Normandie und der Pariser Region verbunden. Anlässlich dieses hundertjährigen Jubiläums bieten diese beiden Regionen das ganze Jahr über ein außergewöhnliches Veranstaltungsprogramm, durch das Besuchende Werk, Leben und Inspiration des Künstlers (neu) entdecken können.

Skizze seines Lebens
1840 in Paris geboren, fand Monet seine ersten Inspirationen in der Normandie. In Le Havre entdeckte er unter der Anleitung von Eugène Boudin die Freilichtmalerei und den Reichtum des wechselnden Lichts an der normannischen Küste. 1859 kehrte er nach Paris zurück, um dort seine Karriere zu beginnen. Dort traf er junge Künstler wie Bazille, Renoir, Sisley, Pissarro und Cézanne. Auf der Suche nach neuen Motiven und erschwinglicheren Wohnorten verließ er 1871 die Hauptstadt, um sich in den umliegenden Dörfern niederzulassen. In Argenteuil, Vétheuil und Bougival hielt er den Rhythmus des modernen Lebens entlang der Seine fest.
Ab 1883 ließ sich Monet endgültig in Giverny nieder, wo er sein letztes Meisterwerk schuf: einen mittlerweile legendären Garten, der in der Serie der „Seerosen“ verewigt wurde. Von diesem normannischen Dorf aus stellte er seine Staffelei unter anderem in Rouen, an den Klippen von Étretat und in der Umgebung von Dieppe auf.
Am 5. Dezember 1926 verstarb Claude Monet in seinem Zimmer in Giverny. Man sagt, sein langjähriger Freund Georges Clemenceau, der an seiner Seite war, habe die hellen, blumigen Vorhänge abgehängt, um den Sarg damit zu bedecken anstelle des traditionellen schwarzen Tuchs. Dabei soll er gesagt haben: „Kein Schwarz für Monet, Schwarz ist keine Farbe.“


Ein reiches Veranstaltungsjahr
Zu Ehren Monets finden ab März 2026 in der Normandie und im Großraum Paris über 100 Veranstaltungen statt. In den impressionistischen Museen beider Regionen werden große Sonderausstellungen organisiert. Ungewöhnliche Führungen, Flusskreuzfahrten, Konzerte, Vorträge und gastronomische Veranstaltungen unter freiem Himmel werden den bleibenden Einfluss Monets würdigen. Höhepunkte sind bereits in Giverny, Vernon, Rouen, Honfleur, Le Havre, Paris und entlang der Seine angekündigt. Darunter:
- [Ausstellung] Vor den Seerosen. Monet entdeckt Giverny, 1883-1890 – vom 27. März bis 5. Juli 2026 im Musée des impressionnismes Giverny
- [Ausstellung] Monet in Le Havre – vom 5. Juni bis 27. September 2026 im Musée d’Art Moderne André Malraux (MuMa) Le Havre
- [Ausstellung] Claude Monet, Gärten als Erbe – vom 11. Juli bis 1. November 2026 im Kulturzentrum Franciscaines in Deauville
- [Ausstellung] Erinnerung an Limon. Hommage an Monet – vom 16. Mai bis 5. Dezember 2026 im Musée Blanche Hoschedé-Monet in Vernon
Inspiriert von dem berühmten Garten des Künstlers in Giverny würdigt auch das Festival Normandie Impressionniste 2026 Monets 100. Todestag. Vom 29. Mai bis zum 27. September steht die sechste Ausgabe des alle zwei Jahre stattfindenden Festivals unter dem Motto „Garten der Möglichkeiten“. Dieser Garten, der als echtes Kunstwerk konzipiert wurde, markiert den Übergang des Künstlers zur Abstraktion und stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der Kunstgeschichte dar. Von Juni bis September werden rund sechzig Projekte zeitgenössischer Kunst das Thema des Gartens neu interpretieren.

Vom Gemälde zum Original
Abgesehen von diesen außergewöhnlichen Veranstaltungen bietet das hundertjährige Jubiläum auch die Gelegenheit, Monets Meisterwerke in den Pariser Sammlungen des Musée d’Orsay, des Musée de l’Orangerie und des Musée Marmottan Monet sowie in zahlreichen Museen der Normandie (Rouen, Le Havre, Giverny, Honfleur…) zu bewundern.
Um das Erlebnis zu vertiefen, können Besuchende die Motive, die Monet inspiriert haben, auch im Original bewundern: die Klippen von Étretat, die Kathedrale von Rouen, die Häfen von Honfleur und Le Havre und natürlich die Gärten von Giverny. Die Häuser, in denen Monet in Argenteuil, Vétheuil und Giverny lebte, bieten einen einzigartigen Einblick in das Privatleben des Malers.