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Auf den Sattel, fertig… los! Wir (mein Mann Thorsten und ich, Marion) haben das Abenteuer gewagt und sind mit dem Fahrrad den Spuren der Impressionisten in der Normandie gefolgt. Auf der ausgebauten Seine à vélo, die hier als sogenannte „Impressionisten-Route“ verläuft, haben wir die Landschaften entdeckt, die Monet, Renoir und Sisley inspirierten, und in den Museen konnten wir ihre schönsten Werke bewundern.

Die Seine à vélo ist ein 500 km langer, ausgebauter Radweg zwischen Paris und Le Havre / Deauville. Er ist ausgeschildert, für geübte Radfahrer und Freizeitradler gleichermaßen geeignet und bietet viele Sehenswürdigkeiten.

Erster halt: giverny

Seine à vélo - die Impressionisten-Route
Impressionismus-Museum © D. Darrault / La Seine à Vélo

Auf den ersten Kilometern dieser Impressionistenroute herrscht eine idyllische Atmosphäre. Monets Dorf, wo er seine größten Meisterwerke wie die Seerosen, die Mühlsteine oder die Pappeln malte, verzaubert auf den ersten Blick. Hier in Giverny weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Im Impressionisten-Museum sind zahlreiche Meisterwerke beheimatet. Doch auch ein Besuch in Monets prächtigem Garten darf auf keinen Fall fehlen.
Anschließend fahren wir mit dem Fahrrad weiter an die Ufer der Seine. Die Strecke führt durch die Landschaft der Normandie mit typischen Reetdachhäusern und alten Mühlen wie der einzigartigen Mühle von Vernon, die Monet verewigt hat. Im Museum der Stadt haben wir Werke von Theodore Butler, Blanche Hoschedé-Monet, der Schwiegertochter des Malers, und Pierre Bonnard bewundert.

La Seine à vélo: Etappe Giverny – Vernon

Seine à vélo: Etappe Giverny Vernon
Alte Mühle von Vernon © M-A Thierry

Rouen, die Hauptstadt des Impressionismus

Weiter geht es nach Rouen und seiner Kathedrale, die Monet faszinierte, und seinen vielen Brücken, die Pissarro verewigte. Wir haben das mittelalterliche Flair der Stadt mit ihren von Fachwerkhäusern gesäumten Gassen auf uns wirken lassen und sind auf die Spitze der Gros-Horloge gestiegen, um das Panorama zu genießen. Das Musée des Beaux-Arts (Museum der Schönen Künste) besitzt die bedeutendste Impressionisten-Sammlung Frankreichs!

Wenn man weiter entlang der Kais fährt, erreicht man den regionalen Naturpark „Boucles de la Seine Normande“. Treidelpfade, Obstgärten und das gemächliche Hin und Her der Hausboote geben hier den Rhythmus vor. Mit der Fähre gelangt man nach La Bouille, einem kleinen, charmanten Ort, der von den Malern so geliebt wurde. Etwas weiter entfernt liegt das von Boudin skizzierte Caudebec-en-Caux, in dem sich das MuséoSeine befindet.

Seine à vélo: Etappe Rouen – La Bouille

Seine à vélo - La Bouille
La Bouille mit Fähre © M-A Thierry

Le havre und umgebung

Im Verlauf der Strecke wird der Fluss nach und nach breiter. Das Meer ist nicht mehr weit. Zwischen Klippen und Industrielandschaften passieren wir die Brücke von Tancarville, bevor wir in Le Havre ankommen, der Wiege des Impressionismus. Hier malte Monet 1872 sein berühmtes Gemälde „Impression, Sonnenaufgang“, das der Bewegung ihren Namen verlieh. Hier hat auch Boudin, der als einer der Vorreiter des Impressionismus gilt, eine zwanzig Gemälde umfassende Hafenserie gemalt. Die Gelegenheit, die einzigartige Atmosphäre des Hafens zu genießen, oder man stattet dem MuMa einen Besuch ab. Wen es in den Waden kribbelt, kann einen Abstecher nach Sainte-Adresse machen, zur der Aussicht, die Monet 1867 malte.

La Seine à vélo: Etappe Le Havre

Die seine à vélo: Die normannische Küste

La Seine à vélo - Honfleur
Honfleur © David Darrault / La Seine à Velo

In Honfleur trafen sich die Impressionisten über fünfzehn Jahre lang auf dem Hof Saint Siméon. Wir schlendern um das Vieux Bassin und entdecken die Farbpalette des Gastgebers Eugène Boudin, der wie kein anderer die Schönheit des Himmels über der Küste einzufangen wusste. Das Museum Eugène Boudin enthält viele seiner Gemälde.

Nach einer Fahrt durch das Pays d’Auge, das für seine Calvados-Brennereien bekannt ist, mündet der Radweg in den breiten Strand von Deauville mit seinen bunten Brettern und Sonnenschirmen, die von Courbet, Boudin oder Caillebotte skizziert wurden. „Les Franciscaines“, ein neuer Kulturort in außergewöhnlicher Umgebung, bietet einen kulturellen Dialog mit den Werken der Maler.

Direkt gegenüber liegt Trouville-sur-Mer. Die „Villa Montebello“, das Museum für Kunst und Badegeschichte der Stadt, lässt uns in die Atmosphäre der Belle Epoque eintauchen. Um dieses impressionistische Abenteuer auf zwei Rädern gebührend abzuschließen, gönnen wir uns eine Meeresfrüchteplatte. Gegenüber der hübschen Fischhalle von Trouvillaise sind die Farben der untergehenden Sonne eine schöne Belohnung für die zurückgelegten Kilometer.

La Seine à vélo: Etappe Honfleur – Deauville/Trouville

La Seine à vélo - Trouville-sur-Mer
Trouville sur Mer © David Darrault / La Seine à Velo