Ganz in der Tradition der Wikinger erobern auch die Nachfahren von Rollo neue Länder. Sein Ur-Ur-Ur-Enkel Wilhelm der Eroberer erweitert die normannische Herrschaft bis nach England. Der Weg dahin ist jedoch steinig.

Wie der Normanne Wilhelm der Eroberer zum König von England wird

Der schwierige Start als Herzog der Normandie

Wilhelm entsteht aus einer unehelichen Beziehung zwischen dem Herzog Robert I. und der jungen Bauerstochter Arlette. Man sagt, dass Robert I. Arlette auf dem Rückweg von einem Jagdausflug am Fuße der Burg von Falaise Wäsche waschen sieht und sich in sie verliebt. Sie wird seine Geliebte und bringt kurz danach Wilhelm zur Welt.

1035 stirbt Robert I. Obwohl Wilhelm minderjährig ist, erhält er den Titel des Herzogs der Normandie – zum Leidwesen einiger normannischer Barone. Als Wilhelm 1046 volljährig ist, wird er beinahe Opfer eines Mordanschlages, der von ebendiesen Baronen ausgeht. Er muss mitten in der Nacht aus Valognes fliehen, über die Veys-Bucht und bis nach Falaise, wo er Schutz findet. Der Reitwanderweg „La Chevauchée de Guillaume“ ist heute nach diesem Ereignis benannt. 1047 besiegt der junge Wilhelm in der Schlacht von Val-ès-Dune die aufständischen Barone und stärkt so seine Autorität gegenüber dem normannischen Adel.

Die Schlacht von Hastings 1066

In Caen lässt Wilhelm ein mächtiges Schloss und zwei Abteien errichten, die Abtei der Männer und die Abtei der Frauen. Caen wird zu seiner Hauptstadt, von hier aus kann er die Barone des Westens der Normandie im Auge behalten. Die beiden Abteien errichtet er übrigens, um den Papst milde zu stimmen. Dieser hatte seiner Heirat mit seiner Cousine Mathilde von Flandern nicht zugestimmt.

1066 ist das wichtigste Jahr für Wilhelms Karriere. Laut normannischen Chroniken hat der sterbende König Eduard von England Wilhelm seine Krone versprochen. Der angelsächsische Adelige Harald II. jedoch beansprucht die Krone ebenfalls und krönt sich zum König von England. Das lässt sich Wilhelm nicht bieten: mit ca. 7.000 Soldaten und Pferden setzt er auf Schiffen nach England über und besiegt Harald in der Schlacht von Hastings am 14. Oktober 1066. Am 25. Dezember 1066 lässt er sich in der Abtei von Westminster zum König von England krönen. Diese außergewöhnliche Geschichte wird bereits kurz nach der Schlacht auf dem UNESCO-Teppich von Bayeux aus dem 11. Jahrhundert festgehalten.

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