Gemeinsam mit meinen Kindern (9 Jahre und 4 Jahre) erkunde ich das Torfmoor Marais Vernier, einen Katzensprung von Honfleur entfernt. Urlaub als Familie bedeutet für uns, zur Ruhe zu kommen und langsam zu reisen. So erleben wir die versteckte Normandie und ihre Highlights ganz in unserem Tempo.

Urlaub als Familie im Vogelparadies Marais Vernier

Eingebettet in einen ehemaligen Mäanderarm der Seine liegt das Marais Vernier ausgebreitet vor uns. Von der Halbhöhe in Saint-Samson-de-la-Roque lässt sich das weite Marschenland am besten erfassen, bevor es auf Erkundungstour geht. Wie ein natürliches Amphitheater schmiegt sich der dicht bewaldete und recht steile Höhenzug im Halbrund um dieses einzigartige flache Landschaft.

Auf 4500 Hektar hat die Natur hier durch das Feuchtgebiet ein wahres Vogelparadies entstehen lassen. Fischadler, Graureiher, Wanderfalken, Weißstörche und Eulen finden an dieser Stelle ihr geschütztes Idyll. Vom Beobachtungsturm am vom Schilf umstandenen See „La Grand Mare“ aus haben wir die allerbeste Perspektive und entdecken zwei entspannt in der frühen Morgensonne sitzenden Störche. Jungtiere – noch mit grau-schwarzen Schnäbeln und Beinen – so erklärt uns Geraud Ranvier, Vogelkundler des regionalen Naturparks.

Das Marais Vernier erkundet man sowieso am besten langsam. Das kommt uns als Familie sehr entgegen. Neben einer Vogelerkundungstour im allerfrühsten Morgengrauen und in den goldenen Abendstunden am besten zu Fuß oder auf dem Fahrrad. Zum Beispiel auf einer Wanderung auf dem 5 Kilometer langen „Chemin de découverte du Marais“ oder dem „Weg der blauen Quellen“ entlang der Seine.

Eselwandern im Familienurlaub: ein echt normannisches Erlebnis

Ein ganz besonderes Erlebnis für uns als Familie im Urlaub im Marais Vernier und vor allem für unsere Mädchen: die Eselwanderung oder das Eselreiten. Die grauen Gesellen gelten nicht umsonst als ausgesprochene sanfte Therapietiere. Die Nähe zu Ihnen stimmt heiter und ruhig zur gleichen Zeit. Entspannt spazieren sie entlang des Weges. Hin und wieder bleiben sie stoisch stehen und legen eine Futterpause mit saftig grünem Gras ein. Als wollten sie uns sagen: Sei im Moment. Genieß den Augenblick. Mach langsam.

Wie an einer Perlenschnur entlang bewundern wir auf unseren Entdeckungstouren die kleinen Häuschen mit dem typisch länglichen Fachwerk und den Reet gedeckten Häusern. Die Blumenküste macht ihrem Namen auch hier im verborgenen Hinterland alle Ehre. Vor den Fenstern prangt üppiger farbenfroher Blumenschmuck und verleiht der Atmosphäre den typisch normannischen rau-lieblichen Charme.

Sonnenaufgang Marais Vernier
Sonnenaufgang Marais Vernier © Christina Burkhardt

Nur einen Katzensprung entfernt von diesem wunderbaren Kleinod liegt eine der kleinen normannischen Ortschaften: Pont-Audemer. Das „normannische Venedig“ ist zwischen zwei Flussarmen der Risle erbaut und mit unzähligen Kanälen durchzogen. Hier erkunden wir alte Gerberhäuser – sogar Thierry Hermes, der Urvater des Designerlabels mit Schwerpunkt auf Lederwaren, wirkte in Pont-Audemer. Vor allem faszinieren uns die versteckten Hinterhöfe und geheimen Verbindungsgassen. Eine wahre Zeitreise ins mystische Mittelalter.

Pont-Audemer hat aber nicht ganz erkundet, wer nicht in einer der Boulangerien und Fromagerien geschlemmt hat. Deshalb zum Schluss unsere kulinarischen Highlights der Normandie. Wir probieren uns durch das berühmte würzig-milde „Käsequartett“ der Region, bestehend aus Livarot, Neufchatel, Camembert und Pont L’Eveque. Und sündigen bei Tartes und Törtchen. Dabei entdecken wir sogar die lokale süße Leckerei: das Mirliton. Zarte, mit Creme gefüllte und mit Schokolade verschlossene Röllchen.

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