Wir stehen an der Pointe du Hoc, bei Criqueville-en-Bessin, in der Normandie. Unser Sohn Lukas (10) hält meine Hand und blickt auf die großen Krater im Boden. „Mama, was ist hier passiert?“, fragt unsere Tochter Anna (8). Das möchten wir hier gemeinsam herausfinden. Wir befinden uns geografisch auf halber Strecke zwischen den D-Day Landungsstränden Omaha Beach und Utah Beach.

Die Pointe du Hoc: eine Kraterlandschaft an der Steilküste

Im Normandie Urlaub möchten wir neben viel Zeit am Strand und Ausflügen mit der ganzen Familie auch mehr über die D-Day Geschichte der Normandie erfahren. Dazu gehört zweifelsfrei auch die Pointe du Hoc, eine Landspitze an der Steilküste der Normandie in der Nähe von Omaha Beach und Utah Beach. Auf einem frei zugänglichen Gelände erklären Infotafeln auf Englisch und Französisch, was sich hier am D-Day zugetragen hat. Das Areal ist weitläufig, für den Besuch sollte man, gerade mit Kindern, circa 1,5 Stunden einplanen. Die Seeluft streicht uns durchs Haar, die Wellen peitschen gegen die steilen Klippen – selbst bei sonnigem Wetter wie heute.

Was ist an der Pointe du Hoc während des D-Days 1944 passiert?

Das Wetter am 6. Juni 1944 war alles anderes als ruhig – es stürmte. Die Landung der Alliierten wurde so erschwert, die Navigation verlief auch im Dunkeln früh morgens nicht immer wie geplant. So erging es auch der US-amerikanischen Ranger-Spezialeinheit unter Colonel James Earl Rudder. Mit 40 Minuten Verspätung erreichten die 225 Elitesoldaten um sieben Uhr morgens die Pointe du Hoc. Ihre Aufgabe: die Landspitze Pointe du Hoc vom Wasser aus einzunehmen, in dem Sie die 25 – 30 Meter hohe Steilküste erklettern. Oben auf dem Plateau liegt eine Bunkeranlage des sogenannten „Atlantikwalls“, die mit ihren Geschützen die Landung der Alliierten an Omaha und Utah Beach bedroht.

Klettern mit leichten Waffen und viel Mut

Mit leichten Waffen, Seilen und Leitern wagen die Soldaten den Aufstieg, wohl wissend, dass auf dem Plateau die Deutschen mit ca. 150 Mann in meterdicken Bunkern aus Beton auf sie warten. Nach circa 10 Minuten erreichen die ersten US-Amerikaner die Anhöhen der Klippen und wenige Zeit später ist die Anlage eingenommen. Der Preis jedoch ist hoch: Am 8. Juni 1944, als die Verstärkung aus Omaha Beach eintrifft, sind von 225 Ranger-Soldaten 135 verwundet oder gestorben. Nur 90 Soldaten können die Befreiung der Normandie fortsetzen. Die Überraschung der US-Amerikaner ist außerdem groß, als sie herausfanden, dass die Geschütze von den Deutschen weiter ins Hinterland gebracht wurden, um Sie vor alliierten Seeangriffen zu schützen. An der Pointe du Hoc selbst waren keine Kanonen in den Bunkern zu finden.

Was gibt es heute vor Ort zu sehen?

Nach diesem thematischen Einstieg erkunden wir mit unseren Kindern den Originalschauplatz. Metertiefe Bombenkrater des alliierten Seeangriffs und die Bunkeranlage des „Atlantikwalls“ sind noch heute zu sehen. Die Kasematten und Bunkerräume können wir besichtigen. Besucherwege und Treppen führen uns über das Gelände. Wir halten außerdem immer wieder an, um den Blick über das Meer und die Steilküste schweifen zu lassen.

Unvorstellbar, dass die Soldaten an dieser senkrechten Küstenwand hochgeklettert sind! Ganz an der Spitze der Pointe du Hoc steht ein Denkmal für die Ranger des 2. Bataillons. Was für eine minutiöse logistische Planung der D-Day 1944 war – jedes Mosaikstück musste passen. An Orten wie der Pointe du Hoc, an den Landungsstränden und im Hinterland der Normandie verstehen wir, dass der D-Day eine der größten Militäroperationen aller Zeiten war.

Praktische Informationen

Originalschauplatz Pointe du Hoc
14450 Criqueville-en-Bessin
Mehr Informationen zur Sehenswürdigkeit

Weitere Informationen zur Landung der Alliierten in der Normandie 1944 erhalten Sie im Mémorial von Caen.

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