Kulinarisch gesehen ist die Normandie noch viel mehr als ihre 3 C’s – Camembert, Calvados und Cidre. Folgt Katrin vom Reiseblog Viel Unterwegs auf ihrer kulinarischen Entdeckungstour durch die Normandie mit frischen Austern, Birnenschaumwein und Calvados direkt vom Produzenten. Das Beste: Genau wie Katrin könnt ihr die Produkte der Normandie direkt beim Produzenten kaufen und probieren. Auch die erlebten Aktivitäten sind für jeden buchbar!

Savoir Vivre in der Normandie: Die Einfachheit und Geselligkeit der Normandie bleibt mir in unglaublicher Erinnerung. Nirgendwo ist es einfacher möglich, die Produzenten bei der Erzeugung ihrer Produkte zu besuchen. Und das haben wir gemacht.

Die Gastronomie der Normandie zu erkunden, bedeutet auch die bekannten 3 C zu verkosten: Calvados, Camembert und Cidre. Doch das Essen der Normandie ist um einiges vielfältiger.

Die Küche der Normandie sei sehr mit dem Meer und ländlichen Hinterland verbunden sagt man uns vor der Reise. Was das bedeutete, sollten wir während unseres Roadtrips auf köstlichste Art live erfahren. Schnalle schonmal deinen Gürtel etwas weiter.

Denn wir haben eine Food-Tour unternommen, Produzenten besucht, normannische Erzeugnisse verkostet und natürlich auf den Wochenmärkten eingekauft. Für kulinarisch neugierige Reisende verrate ich hier unsere Highlights.

Food-Tour mit dem Fahrrad rund um Bayeux

Bist du bereit für eine kulinarische Fahrradtour? Dann schwing dich aufs Fahrrad und unternimm’ mit Hugo eine Radtour.

Garantiert wirst auch du die Treffen mit einheimischen Produzenten lieben. So gelangen wir beispielsweise zu Victor und seiner Schneckenfarm Élevage d’Escargots.

Er hat seinen gut bezahlten IT-Job an den Nagel gehängt und widmet sich mit voller Liebe seinen Schnecken. Victor führt uns über seinen Hof, zeigt uns die Schnecken – ich gebe es zu, ein ungewöhnlicher Anblick für uns Deutsche – sein „Labor“ und den gemütlichen Raum der Verkostung. Ich wage mich an das für Normannen kulinarische Highlight und bin überrascht und um eine Erfahrung reicher.

Ein weiterer Stop ist in Arromanches-les-Bains. Der Ort, an dem du heute noch Reste des künstlichen Mulberry Hafens des D-Day siehst und den Touristen genau aus diesem Grund besuchen. Wir jedoch haben nur ein Ziel: Die Austern eines lokalen Züchters zu testen. Ich bin Austern-Fan, die der Normandie schmecken besonders köstlich! Hast du noch nie Austern getestet? Hier ist der richtige Ort dafür.

Nützliche Informationen

Dauer der Tour mit Hugo ca. 6 Stunden (es gibt auch e-Bikes, wir hatten unsere eigenen Fahrräder dabei), Kosten ca. 149 Euro
Mehr Informationen zum Angebot von Hugo

Calvados-Verkostung beim Hersteller

Vor meiner Reise in die Normandie hatte ich noch nie Berührungspunkte mit Calvados. Das sollte sich ändern, denn die Calvados-Destillerie von Christian Drouin zählt zu den besten der Region.

In den hipsten Bars von Paris werden Cocktails mit Calvados von diesem Hersteller ausgeschenkt. So führt uns Sohn Guillaume über das einstige Pferdegestüt aus dem 17. Jahrhundert. Die Kulisse könnte nicht besser sein.

Wir erfahren, wie Calvados erzeugt wird, probieren die Äpfel, die wirklich nicht geeignet zum Verzehr sind, und testen natürlich das fertige Produkt. Erfahren, warum der Calvados in Eichenfässern aus der Wein- und Portwein-Produktion reift und dass der Inhalt öfter von Fass zu Fass übertragen wird. Der besondere Geschmack entsteht nur dadurch, dass der Produzent die Historie jedes Fasses kennt. Beeindruckend!

Darüber hinaus produziert Drouin auch Pommeau (eine Mischung aus Calvados und Apfelsaft), experimentiert mit Gin sowie Apfelsaft, der weitaus weniger süß ist, als man es von Apfelsaft kennt. Ich bin überzeugt und kaufe im Shop erstmal ein.

Nützliche Informationen

Einzelbesucher können spontan zur Verkostung und Besichtigung vorbeikommen. Gruppen müssen sich anmelden.
Die Anfahrt und Öffnungszeiten entnimmt man am besten von der Website von Christian Drouin.

Poiré- und Cidre-Verkostung beim Erzeuger

So ganz anders geht es in der Nähe von Domfront zu. Beim Besuch auf dem Hof der Familie Pacory ist alles ländlicher und ursprünglicher.

Diese Region gilt als einzigartig, denn über 100.000 Birnbäume von fast 100 unterschiedlichen Sorten wachsen hier. Darum wird mir fast schwindelig beim Nennen der vielen unterschiedlichen Sorten und Unterschiede. Der Geschmack bei jedem Biss in eine andere Birne ist immer anders. Mal extrem bitter, mal mehlig, mal sauer. Genießbar sind diese nicht. Aber zur Produktion des „normannischen Champagner“, wie hier der Poiré liebevoll genannt wird, hervorragend geeignet.

Um die Birnen- und Apfelbäume grasen Kühe, die dafür sorgen, dass die unteren Äste immer schön abgefressen sind und die Bäume nicht bis auf den Boden wachsen. Eine Win-Win-Situation für alle. Denn das Fleisch der Kühe kann später als Bœuf Cidré verkauft werden. Besonders kräftiges und saftiges Fleisch, so sagt man uns. Dieses testen wir nicht, dafür aber die Eigenproduktion an Poiré und Cidre. Sowie Birnen- und Apfelsaft.

Auch bei Pacory reifen Poiré, Cidre und Calvados in Eichenfässern mit viel Historie. Dadurch wird auch hier jedem Poiré die besondere Geschmacksnote verliehen. Der Poiré de Domfront und der Calvados domfrontais sind übrigens herkunftsgeschützt und tragen das AOP-Label.

Am besten kostest du die breite Palette an Produkten direkt auf dem Hof der Familie Pacory.

Wochenmärkte für frische Produkte aus der Normandie

Auf den regelmäßig stattfindenden Wochenmärkten in jedem größeren Dorf haben wir regelmäßig eingekauft, um unseren Kühlschrank zu füllen. Von Obst über Gemüse bis hin zum normannischen Käse zu dem auch der Neufchâtel, Livarot und Pont-l’Evêque zählen und natürlich allem, was das Meer hergibt, haben wir Vorräte aufgestockt. Frischer, lokaler und köstlicher ist nicht möglich.

Die lokalen Tourist-Informationen geben Auskunft, wann der Wochenmarkt in deinem Urlaubsort stattfindet.

Weitere Produkte der Normandie

Weitere köstliche Produkte, die wir nicht beim Hersteller verkostet, sondern auf den Märkten gekauft haben sind: Die Käsesorten Camembert, Neufchâtel (in Herzform), Livarot und der Pont-l’Evêque. Sowie die salzige Butter aus Isigny-sur-Mer, Miesmuscheln von Granville, Jakobsmuscheln in Port-en-Bessin, Austern aus Saint-Vaast-la-Hougue und Arromanches-les-Bains.

Hinweis

Die „echten“ Produkte der Normandie, wie Calvados Domfrontais AOC, Poiré Domfront AOP, Calvados Pays d’Auge AOP, und die „echt normannischen“ Käse erkennst du an den Label AOP und AOC (appellation d’origine protégée/ appellation d’origine controlée = „geschützte/ kontrollierte Ursprungsbezeichnung“). Denn nur diese Produkte entsprechen der traditionell vorgeschriebenen Herstellung!

Katrin

Reiseblog Viel Unterwegs

Seit 2013 nimmt Katrin ihre Leserinnen und Leser mit auf Roadtrips, Städtereisen und Outdoor-Abenteuer in der Natur. Ihre Berichte sind ehrlich, authentisch und mit viel Leidenschaft und Herzblut geschrieben. In der Normandie war Katrin rund zwei Wochen lang mit dem eigenen Camper unterwegs – und hat sich prompt verliebt! Hier lässt sie uns Teil haben an ihren schönsten Erlebnissen und unvergesslichen Momenten in der Normandie.
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