In unserem Familien-Urlaub in der Normandie darf der Besuch von Wochenmärkten nicht fehlen. Frischere und regionalere Produkte bekommen wir nirgendwo anders. Camembert, Cidre, frisches Obst und Gemüse ergeben außerdem ein tolles, echt normannisches Picknick. Jeder Markt der Normandie hat dabei regionale Eigenheiten und seine eigenen normannischen Spezialitäten. Wir haben unsere TOP 10 von Ost nach West zusammengestellt.

Der Wochenmarkt von Dieppe an der Alabasterküste

Es ist Samstagmorgen, die Möwen schreien in Dieppe und Lukas (10) und Anna (8) sind noch etwas verschlafen. Ihre Augen werden aber groß, als sie den Wochenmarkt im Zentrum von Dieppe sehen. Ich habe gelesen, dass über 200 Aussteller aus der Region Pays de Bray und Pays de Caux in der Normandie sowie aus der benachbarten Region Nordfrankreich (Picardie) ihre regionalen Produkte auf dem Markt anbieten. Der Markt von Dieppe ist der größte im Département Seine-Maritime und zählt zu den 10 beliebtesten Märkten der Franzosen. Bis 13 Uhr hat der Wochenmarkt von Dieppe geöffnet. Wir kaufen den leckeren Neufchâtel-Käse in Herzform, der im Pays de Bray produziert wird. Ein Abstecher zum Jachthafen darf ebenfalls nicht fehlen. Die Fischer verkaufen hier aus kleinen Booten jeden Tag bis 13.30 Uhr frischen Fisch und Muscheln. Gut zu wissen: Im Sommer lohnt sich ein Besuch einer der „marchés nocturnes“, der „Märkte bei Nacht“.

Wochenmarkt von Dieppe

Im Stadtzentrum samstagmorgens bis 13 Uhr
Fischmarkt täglich bis 13.30 Uhr am Quai Henri IV gegenüber des Jachthafens.

Markt von Dieppe
Markt von Dieppe © B. Collier © Ben Collier

Der Markt von Rouen, der Hauptstadt der Normandie

Bei unserem Besuch in Rouen ist der Wochenmarkt ein Muss. Dienstags, freitags, samstags und sonntags findet der „Marché Saint-Marc“ statt. Zu Fuß folgen wir der hübschen Rue Martainville, vorbei an der Kirche Saint Maclou, und sehen bald darauf die vielen Marktstände. Nachdem wir echt normannische Produkte wie Käse, Cidre, Fleisch, Eier, Obst und Gemüse gekauft haben, essen wir auf dem Wochenmarkt von Rouen noch einen Snack. Es ist Sonntag und scheinbar ganz Rouen trifft sich auf dem Markt. Man kauft ein, lacht zusammen, die Atmosphäre ist herrlich ausgelassen. Während die Kinder glücklich in ihre Crêpes beißen, stöbern Christian und ich an den Flohmarktständen.

Wochenmarkt von Rouen

Dienstags, freitags, samstags von 6 – 18 Uhr, sonntags von 6 – 13.30 Uhr auf der Place Saint-Marc. Neben Lebensmitteln gibt es auch einen Flohmarkt.

Gastronomisches Fest Fête du Ventre Rouen
Gastronomisches Fest Fête du Ventre Rouen © Miles and Love

Der Markt von Sainte-Opportune-de-la-Mare im Naturpark der normannischen Seine-Schleifen

Der Verein der Apfelproduzenten und Bauern von Sainte-Opportune-de-la-Mare organisiert jeden ersten Sonntag im Monat von Oktober bis April einen Markt auf dem Dorfplatz. Vor der malerischen Kulisse der großen Apfelpresse und der reetgedeckten Häuser werden knackige Äpfel und frische regionale Produkte verkauft. Sainte-Opportune-de-la-Mare liegt mitten im Naturpark der normannischen Seine-Schleifen. Diesen Markt merken wir uns für unseren nächsten Familienurlaub außerhalb der Hochsaison vor.

Markt von Sainte-Opportune-de-la-Mare

Im regionalen Naturpark der normannischen Seine-Schleifen immer am ersten Sonntag im Monat von Oktober bis April vor authentischer Kulisse.
Tipp für Entdeckungen außerhalb der Marktzeiten: Radfahren im Marais Vernier oder entlang der Route der reetgedeckten Häuser.

Das Marais Vernier
Das Marais Vernier © D. Salou © Didier Salou Fotolia-com.jpg

Der Markt von Trouville an der Blumenküste – Seebadflair und frischer Fisch „à la pierre du quai“

Der Markt von Trouville ist einer der berühmtesten an der Blumenküste und existiert seit knapp einem Jahrhundert! An einem Mittwoch schlendern wir durch das Seebad am Meer. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht sehen wir die vielen bunten Fischerboote im Hafenbecken liegen. Die Fischer auf den Märkten der Normandie verkaufen ihren Tagesfang nach einer alten normannischen Tradition, die sich „à la pierre du quai“ nennt. Im 17. Jahrhundert verfügt Jean-Baptiste Colbert, Minister des Sonnenkönigs Ludwig XIV, dass Fischer ihren Fang direkt vom Boot verkaufen dürfen (und nicht über die Fischauktionshalle). Einzige Bedingung: ihr Verkaufsstand darf nur zwei Meter vom Boot entfernt liegen. Daher der Ausdruck „à la pierre du quai“, was so viel heißt wie „direkt am Kai“. Mein Highlight: die Makrele von Trouville!

Der Markt von Trouville

Mittwochs und sonntags an der Esplanade du pont, vom Pont des Belges bis zur Fischhalle. Samstagmorgens Bio-Markt im Zentrum von Trouville.
Tipp: Ganzjährig täglich geöffnet hat die Traditions-Fischhalle von Trouville. Auf den Terrassen der Fischverkäufer haben wir bei Austern, Garnelen und heißer Fischsuppe zu Mittag gegessen.

Die Makrele von Trouville
Die Makrele von Trouville © OT Trouville-sur-Mer

Der Markt von Saint-Pierre-sur-Dives – einer der authentischsten Märkte der Normandie

Der Markt von Saint-Pierre-sur-Dives gilt als einer der authentischsten der Normandie. In der größten mittelalterlichen Markthalle Frankreichs bieten Händler die besten Produkte aus der Region an. Den Tipp für den Markt Saint-Pierre-sur-Dives haben wir von unserer Ferienhaus-Vermieterin erhalten, denn auch die Normannen sind davon überzeugt, dass dieser Markt etwas ganz Besonderes ist.
Der Markt findet immer montags in der größten mittelalterlichen Markthalle Frankreichs statt.

Der Markt von Saint Pierre-sur-Dives
Der Markt von Saint Pierre-sur-Dives © Patrice Le Bris

Die Märkte von Caen, der Stadt Wilhelm des Eroberers

Auf dem Platz Saint-Sauveur, dem ältesten Platz der Stadt, findet der Wochenmarkt jeden Freitagmorgen statt. Von hier aus ist es ein Katzensprung zur Abtei der Männer und zur Rue Froide (der „kalten Straße“), in der es viele kleine Geschäfte gibt. Der größte Markt von Caen findet immer sonntags am Jachthafen, in kurzer Entfernung zum Schloss von Caen und der Église Saint Pierre statt. Wir schlendern an einem Sonntagmorgen entlang der vielen Stände, der Duft von gebratenen Hähnchen, frischer Paella und Crêpes erfüllt die Luft.

Die Märkte von Caen

Freitags auf dem wunderschönen Place Saint-Sauveur, dem ältesten Platz in Caen.
Sonntags am Jachthafen hinter der Kirche Saint Pierre.

Der Markt von Caen
Der Markt von Caen © S. Lorkin

Der Markt von Bagnoles-de-l’Orne, dem einzigen Thermalkurort im Westen Frankreichs

Der Wochenmarkt von Bagnoles-de-L’Orne ist überdacht und findet wetterunabhängig unter den typischen Arkaden aus Holz im Herzen von Bagnoles-de-L’Orne statt. Es ist ein sogenannter „Marché des Producteurs de Pays“ und bietet eine große Auswahl an frischen, in der Region produzierten Produkten. Der Markt von Bagnoles-de-L’Orne findet von Juni bis September an ausgewählten Donnerstagen statt.

Die Märkte von Cherbourg-en-Cotentin im Westen der Normandie

Cherbourg-en-Cotentin ist ein echter Tipp für Familien. Neben dem spannenden Tiefseemuseum Cité de la Mer haben wir hier die Auswahl zwischen mehreren, ganz unterschiedlichen Märkten. Donnerstag ist Markttag in Cherbourg. Auf der Place de Gaulle, der Place Centrale und der Hauptpost finden dann Märkte statt. Samstags ist Markt auf der Place de Gaulle und der Place Centrale und sonntags auf der Avenue de Normandie. Ein Flohmarkt findet jeden ersten Samstag des Monats um die Basilique Sainte-Trinité statt. Cherbourg verzaubert mit ihrem rauem Charme. Ich erinnere mich noch gut, wie Lukas und Anna staunend die prächtigen Segelschiffe im Hafen bestaunt haben.

Unser Tipp für Familien: Der Nacht-Markt von Cherbourg-en-Cotentin
Wir sind an einem Donnerstag im Sommer in Cherbourg und haben das Glück, einen der nächtlichen Märkte zu besuchen. Am späten Nachmittag geht es los, zahlreiche Handwerker und lokale Produzenten verkaufen ihre Waren bis tief in die Nacht hinein.

Barneville-Carteret – einer der schönsten Märkte der Halbinsel Cotentin

Barnveville-Carteret ist eines der Seebäder der Halbinsel Cotentin und bietet vor allem in den Sommermonaten viele Märkte. Donnerstagmorgens findet der Markt von Carteret statt, wir fahren mit dem touristischen Zug hin und entdecken Handwerk, Lebensmittel, Kleidung und sogar Schmuck. Von Juli bis August bietet Barneville-Carteret sonntags einen Markt direkt am Strand. Und auch hier dürfen die nächtlichen Sommermärkte mit Programm nicht fehlen.

Märkte in Barneville-Carteret

Donnerstagmorgen ganzjährig, mit Tourismuszug im Sommer.
Samstagmorgen im Juli & August: Markt am Strand
Nächtliche Märkte mit Programm in den Sommermonaten.

Granville – große Märkte in der Bucht des Mont Saint-Michel

In Granville haben wir als Familie viel Spaß, hier liegt das große Segelschiff Marité für Ausflüge aufs Meer vor Anker. Auf den alten Befestigungsmauern und in den engen Pflastergassen der Fischerstadt lässt es sich herrlich spielen. Samstagmorgens findet der große Wochenmarkt unter freiem Himmel statt, mit allem, was das Meer zu bieten hat. Der Markt in den Markthallen von Granville hat das Label „Kulturelles Erbe des 20. Jahrhunderts“ und liegt direkt am Meer. Ein Bio-Wochenmarkt findet dienstagnachmittags statt.

Die Märkte von Granville im Überblick

Samstagmorgen Wochenmarkt am Cours Jonville von 8 – 18 Uhr
Dienstagnachmittag Bio-Markt am Cours Jonville von 16.30 – 19.00 Uhr

Der Hafen von Granville
Der Hafen von Granville © Leon Fotolia

Käse-Roadtrip durch die Normandie

Käse-Roadtrip durch die Normandie

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