Die Normandie liegt im Nordwesten Frankreichs, nur eine Stunde von Paris entfernt. Sie ist in fünf Départments eingeteilt: Eure, Seine-Maritime, Calvados, Orne und La Manche (von Ost nach West). Das Seine-Tal und die berühmten Kreidefelsen der Alabasterküste liegen im Osten der Normandie, mittig liegen die Départements Calvados (Blumenküste, Landungsstrände) und Orne (Naturparks, Camembert, Poiré, Frankreichs ältestes Nationalgestüt Haras du Pin) und ganz im Westen wartet das Département Manche mit den größten Gezeiten Europas auf Sie.

Wild und ungezähmt: La Manche

Nez-de-Jobourg bord de mer
Die Küste an der Nez de Jobourg – La Hague © Teddy Verneuil CRT Normandie

Die Veys-Bucht, die Insel Tatihou, die kilometerlangen Sandstrände und mehr als 300 km geschützte Küstenlandschaft zahlen zu den Highlights der Manche. Einzigartig in Frankreich: Auf der Halbinsel Cotentin können Sie an einem Tag den Sonnenaufgang und -untergang am Strand beobachten, Sie müssen nur die Küstenseite wechseln.

Im Süden des Departements liegt der Mont Saint-Michel, eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. In seiner Bucht herrschen die stärksten Gezeiten Europas mit einem Tidenhub von 14 Metern. In Granville, dem „Monaco des Nordens“ wurde Christian Dior geboren, sein Elternhaus und Garten sind heute zu besichtigen.

Neben dem „Assiette du Pays“, einem Gericht, das sich aus den unterschiedlichsten regionalen Spezialitäten zusammensetzt, zählt das Lamm von den Salzwiesen des Mont-Saint-Michel zu den Köstlichkeiten dieses Landstrichs. Auch der normannische Volkssport, die „Pêche à pied“, bei der die Normannen bei Ebbe Muscheln, Krebse und sogar Hummer sammeln, wird hier rege betrieben. Wassersportbegeisterte kommen in der Manche genauso auf ihre Kosten, wie Reisende auf der Suche nach Wander-Abenteuern. Der Fernwanderweg GR223 „Alter Zöllnerpfad“ führt die gesamte Küste der Manche entlang und endet am Mont Saint-Michel.

Calvados: Lange Sandstrände und viel Geschichte

Villa de Trouville
Strandvillen in Trouville © Shutterstock © Bertl123 Shutterstock.com

Im Département Calvados liegt Caen, die Stadt Wilhelm des Eroberers (117.000 Einwohner). Caen ist eine junge Stadt, die Universität zählt 30.000 Studierende, bei einer Einwohnerzahl von 110.000. Das Département Calvados besticht durch seine kilometerlangen Sandstrände, hügelige Wiesen- und Weidelandschaften sowie malerische Dörfer und kleine Fischerorte. Neben Caen gehören zum Beispiel Honfleur, Lisieux, Trouville oder Bayeux zu den sehenswerten Städten.

Calvados, Cidre, Pommeau, Sahne und Karamell aus Isigny und die Käsesorten Pont L’Evêque und Livarot lassen Gourmetherzen höherschlagen. Dieser Teil der Normandie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Der Wandteppich von Bayeux aus dem 11. Jahrhundert (UNESCO-Weltdokumentenerbe) erzählt die Geschichte der Eroberung Englands durch den normannischen Herzog Wilhelm im Jahr 1066. Im 20. Jahrhundert wurden die Strände des Départements Calvados während des D-Day 1944 zum Schauplatz der größten Militäroperation des 20. Jahrhunderts.

Orne: Normannische Gastlichkeit und edle Pferde

Cité médiévale de Domfront
© Stéphane Maurice

Normannische Hecken- und Weidelandschaft, Apfelbäume, Herrenhäuser und edle Pferde prägen diesen Teil der Normandie. Malerische Dörfer, charmante Städte und kleine Weiler lassen sich bei einer Tour durch das Departement entdecken.

Der Normanne selbst entspannt sich in dem Thermalkurort Bagnoles-de-l’Orne, der von einem 7.000 Hektar großen Wald umgeben ist und in dem sich der Sage nach ein Jungbrunnen verstecken soll. Im Département Orne befindet sich eines der bekanntesten Nationalgestüte Frankreichs – das Haras du Pin. Neben der Zucht erstklassiger Pferde ist es für die schlossähnliche Architektur aus dem 17. Jahrhundert bekannt und wird auch „das Versailles der Pferde“ genannt. In kulinarischer Hinsicht steht Orne für den Camembert, der aus dem gleichnamigen Ort dieses Departements stammt. Eine weitere Spezialität ist der Poiré, der aus Birnen gewonnen wird und von nur ca. 25 Produzenten in diesem Teil Frankreichs produziert wird.

Eure: Romantisches Seine-Tal und Impressionismus

Das Département Eure ist das Tor zur Normandie – in nur knapp einer Autostunde Entfernung von Paris erwarten Sie hier beschauliche Dörfer und das romantische Tal der Seine, die sich von hier in Mäandern bis zum Ärmelkanal zieht und von malerischen Abteien gesäumt wird. Hoch oben auf einem Plateau des Tals der Seine thront die eindrucksvolle Ruine Château Gaillard, die einstige Verteidigungsburg Richard Löwenherz‘ gegen den französischen König Philipp August.

Les jardins de Claude Monet à Giverny
© Séverine Frères

In diesem Département, bzw. in Giverny, befinden sich auch das Haus und der Garten von Claude Monet, mit dem berühmten Seerosenteich und der japanischen Brücke – ein Must-see für Garten- und Kunstinteressierte! Abseits der touristischen Pfade lässt sich das Département hervorragend mit dem Fahrrad oder auf dem Rücken eines Pferdes entdecken!

Seine-Maritime: Steile Klippen und Wiege des Impressionismus

Les falaises d'Etretat depuis la mer
Die Kreidefelsen von Étretat vom Meer aus betrachtet © Gregory Cassiau – Les Escapades

Steilen Kreidefelsen, zum Beispiel in Étretat, sind die Highlights dieses Départements. Neben den beeindruckenden Kreideklippen an der Alabasterküste sind die zart-blaue Flachsblüte im Pays de Caux, Überreste römischer Städte und Siedlungen und normannische Reetdachhäuser sehr sehenswert.

Rouen (111.000 Einwohner) ist die Hauptstadt der Normandie. In den engen Gassen der Altstadt glaubt man sich eher in einem Freilichtmuseum, als in einer modernen Stadt. Darüber hinaus ist Rouen auch die Stadt der Schriftsteller Gustave Flaubert und Pierre Corneille. Die Seine schlängelt sich als Lebensader durch das Département, bevor sie bei Le Havre und Honfleur in den Ärmelkanal mündet. Die „schönste Ruine Frankreichs“, die Abtei von Jumièges, befindet sich im Département Seine-Maritime.

Die Stadt Le Havre (175.000 Einwohner), UNESCO-Weltkulturerbe seit 2005, überzeugt durch konsequent moderne Architektur und eine der größten Impressionismus-Sammlungen Frankreichs. 1872 malte Claude Monet in Le Havre das Gemälde „Impression, soleil levant“ und begründete so die Kunstrichtung.

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